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Vollständige Version anzeigen : Failout - Las Vegas


Dukexx
25.04.2011, 16:19
Evan konzentrierte sich auf die Aufnahme. Er sah ein letztes Mal zum Fernseher und spürte, wie es ihn aus der eigenen Haut riss.
Er wusste, dass es das letzte Mal sein würde. Sein letzter eigenständiger Atemzug. Er schrumpfte und fühlte, wie alles in ihm drückte, sich nach außen presste,
als ihm klar wurde, dass er nun sterben sollte.

Es war der Moment seiner Geburt. Mit seiner unnatürlich kleinen Hand hielt er die Nabelschnur fest, zwirbelte sie mit einer lächerlich wirkenden Kraft, legte sie sich um den Hals und zog fest zu. Er sah noch die Dinge, die sich verändern sollten. Wäre er noch materiell gewesen, hätte er wohl gelächelt.

Duke liefen Tränen der Rührung und Freude über die Wange, als er zum zweiundsiebzigsten Mal das originale Ende seines Lieblingsfilmes sah.
Dank dieses Meisterwerkes war er in einer Art tiefen Trance gefangen, die nur langsam verblasste und sich durch ein monotones "Jaan.... Jaaan.... Jaaaaan" ersetzen ließ.
Er war nun wieder bei vollem Bewusstsein und sah zu seinem Bett. "Bist du endlich fertig mit dem Film? Ich will doch jetzt rämmsen!", sagte Jessica Alba ungeduldig.
Duke nickte. "Ja, der Film ist durch." Er erhob sich von seinem Stuhl, wischte sich die Träne mit dem bereits ausgepackten Taschentuch samt Hello Kitty - Aufdruck vom Gesicht und zog sich aus. Er legte sich zu Jessica und sie lobpreisten ihre Beziehung.

***

DuKeks' Augen öffneten sich für einen Moment, als er hörte, wie die Haustür sanft in ihr Schloss fiel. Kurz darauf kniff er sie wieder zusammen.
Unfassbar, wieviel Sonne durch den winzigen Schlitz in der Jalousie dringen konnte. Vorsichtig wagte er ein erneutes Blinzeln. Während er scheinbar weit entfernte Motorenklänge von der eigentlich nahegelegenen Autobahn wahrnahm, öffneten sich seine Augen weiter und ließen ihn sein Zimmer im matten Licht erkennen.
Jessica ist bestimmt auf dem Weg zum Bäcker. Ich hoffe, da gibt es keinen Ärger, wo die Bäckerin doch so auf mich abfährt.

Behutsam strich er sich den Rest der Decke vom Leib und rutschte mit einem kräftigen Ruck von der Matratze. Als er mit blanken Füßen den Teppich berührte,
wusste er, dass er mal wieder saugen müsste. Apropos saugen; hat Zurbinjo nicht ein Bild gemalt, auf dem ein Staubsauger verkauft wird? Ach, ich weiß nicht.
Er ließ sich von seinen Beinen bis zum Bad tragen und ließ das kalte Wasser aus dem Hahn in seine zum Krug geformten Finger laufen, fuhr damit durch sein Gesicht.
Ruckartig fühlte er sich wacher.

***

Jessica war noch immer nicht aufgetaucht. Hatte Duke einen ihrer Termine vergessen? Es war aber auch albern, sich darüber Gedanken zu machen,
schließlich basierte die Beziehung der beiden nur auf Geschlechtsverkehr. Trotzdem kam er nicht darüber hinweg. Irgendetwas war seltsam, anders als sonst.

Sein PC fuhr hoch und er gab sein unmenschliches langes Passwort ein, auf das trotzdem jeder kommen könnte, der ihn kennt.
Skype startete von selbst und er sah, dass in seiner Abwesenheit wieder unzählige Nachrichten verfasst wurden. Doch um alle zu lesen,
hätte er mehr Geduld gebraucht. Er sah, dass Zurbinjo und Detlef sich unterhielten, wollte gerade seine Bedenken hinsichtlich seiner Rämmsfreundin kundtun,
als ihm einfiel, dass dies mindestens einen der Anwesenden zutiefst stören und verärgern würde. Stattdessen schrieb er seinen guten Freund Michael privat an.

Duke: Ich weiß nicht, was ich machen soll. Jessy ist verschwunden und ich habe keine Ahnung, wo sie ist. Muss ich mir sorgen machen oder denkst du, dass das normal ist?

MouF: Ololool weißt du noch, den einen Abend, an dem ich euch alle bei Hedgewars geknechtet habe, olol?

Duke: Ja, da warst du echt gut drauf. Aber was ist jetzt mit Jessy?

MouF: *gg* wenn hannover verliert haben wir noch eine chance auf die champions league...

Duke: Ach, fick dich doch !

MouF: *billiger Shelley-Flame*

MouF got kicked by Duke

Noch im selben Moment klingelte es an der Tür. Beinahe hysterisch sprang Duke auf und sprintete aus seinem Zimmer, warf einen Blick durch den Türspion,
durch den er niemanden sah. Er drückte den Knauf nach unten und schob die Tür auf, sah nach links und rechts. Niemand war da. Auf der Fußmatte lag ein Umschlag mit einer schwarzen Rose. Duke hob diesen vorsichtig auf, öffnete ihn und las.

Wernn dur Jerssy zurürckharben wirllst, kormm irn gernaur eirner Worcher narch Lars Vergars. Wir wartern dort irm Berllargior aurf dirch urnd gerbern dir weirterer Arnweirsurngern.

Grürßer, dier Erntführer !


- F O R T S E T Z U N G F O L G T -

Dukexx
25.04.2011, 18:19
"Was mach' ich jetzt? Was mach' ich jetzt?" Duke kreischte so laut, dass die benachbarte Tür im Mehrfamilienhaus ruckartig aufgestoßen wurde und sich eine verärgerte Frau lauthals über seinen offensichtlichen Ausraster beschwerte. Er hielt es für sinnvoll, sich bei ihr zu entschuldigen. Denn einweihen wollte er hier niemanden. Wem konnte er denn überhaupt vertrauen?

Entschlossen verließ er das Treppenhaus, den Brief so gut es ging in seiner zittrigen Hand haltend. Draußen angekommen ließ er sich zuerst von der Sonne blenden,
bevor seine Augen sich an die starke Strahlung der Sommersonne gewöhnten. Er lief überdurchschnittlich schnell, den Blick in Richtung Bäckerei gewandt,
wo ihn die durchaus hübsche Angestellte erwartete. "Viola (Name geändert), hast du Jessica gesehen?", rief Duke sobald er die Filiale betrat. Aus ihrem leuchtenden Blick, den sie in dem Moment aufsetzte, als er die Bäckerei stürmte, wurde ein kaltes, leeres Starren. "Ja... sie war hier und hat Vitalkekse gekauft... für dich", erwiderte sie trocken. Als sie merkte, dass es ihm wichtig war, hellte sich ihre Miene wieder etwas auf. "Sie hat draußen noch mit jemandem geredet." "Wie sah der aus?" "Ich weiß nicht, habe nur nebenbei darauf geachtet. Ich hatte ja Kundschaft!" "Okay. Danke dir trotzdem. Ich ruf' dich an!"

***

Wieder zu Hause angekommen dachte Duke pausenlos nach. Sie hat mit jemandem geredet? Mit wem? Und warum? War es derjenige, der sie entführt hat?
Seine Gedanken kreisten sich nur um Jessica. Sicher, er liebte sie nicht, doch war sie ihm durch die gemeinsame Zeit enorm ans Herz gewachsen.
Was sollte er nur tun? Die Polizei informieren? War es das, was er wollte? Oder sollte er den Forderungen entgegenkommen? Er müsste jemanden um Rat fragen.
Jemanden, den er gut kannte, über den er viel wusste - und umgekehrt.

Duke: Hey, Kimi. Wo arbeitest du denn jetzt eigentlich?

Black Panther: Boah, Alter. Ich hab' dir doch gesagt; hör auf, der zu sein wo mich stalkt!

Duke: Ich mein's ernst, du Knechtgesicht. Es geht um meine Sexfreundin (hot)

Black Panther: Na gut. Ich bin beim Geheimdienst. Aber ich bin nicht der, wo mehr sagt.

Duke: Kannst du eine Reise nach Las Vegas organisieren?

Black Panther: Du bist doch der wo mich verarschen will?!

Duke: Nein, ich verarsch dich nicht. Es ist wirklich wichtig. Ich erklär' dir alles später.

Black Panther: Na gut. Ich sprech' mal mit dem wo dafür verantworlich ist. Ich komme aber mit, um zu überwachen, was du tust.

Duke: Danke, Kimimaus. Du hast was gut bei mir.

Duke war stolz und froh, einen Schritt weiter zu sein. Er würde erstmal niemandem erzählen, was der Grund dafür war, dass er nach Vegas wolle.
Dass er fahren würde, ließ er aber nicht unverkündet.

Duke: Hey, Freunde... ich flieg' nach Vegahaaas!

Zurbinjo: Jaja - klar, Schatz!

MouF: Ololool... Auswärtsspiel !!"!"11EINS

MrEd: Ich bin dabei !


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Dukexx
25.04.2011, 21:13
Ed hatte es ernst gemeint. Er wollte wirklich mitkommen.

Duke: Wie willst du das machen? So ein Trip ist nicht umsonst...

MrEd: Lass das mal meine Sorge sein.

Duke beließ es dabei. Vielleicht könnte er die Unterstützung des Arabers ja gebrauchen. Sicherlich würde sein Auftreten dem ein oder anderen US-Amerikaner einiges an Furcht einflößen. Möglicherweise war dies der einzige Weg, um Jessy zu retten. Jessy. Als er drauf und dran war, in der altbekannten nostalgischen Gedankenwelt zu verschwinden, klingelte sein Handy mit dem großartigen Sound, den er voreingestellt hatte. Er führte das Telefon an sein Ohr.

"Hallo?" - "Hi, Jan. Hier ist Barney." Duke lächelte. Es tat ihm gut, die Stimme seines pakistanischen Bruders zu hören. "Warum rufst du an?"
"Ich habe gehört, du willst nach Vegas?! Ronny hat es mir erzählt." Duke hielt einen Moment inne. "Ja... ja, das stimmt. Woher weiß Ronny davon?"
"Er weiß es von Ed. Naja, Ronny kommt jedenfalls mit und bezahlt für ihn und sich." "Ronny bezahlt für Ed?" "Ja... offensichtlich hat er ihn überredet."
"Na klasse. So viel Begleitung hatte ich nicht eingeplant. Aber wo wir schon dabei sind; ich kann einen guten Freund gebrauchen. Wärst du dabei?"
"Na, sicher. Sag mir, wann es losgehen soll und ich komme mit."

***

Duke stand wieder in der Bäckerei. Von Viola war keine Spur. "Entschuldigen Sie!", fing er an und sah zu der Dame am Tresen, die zuvor noch den letzten Kunden verabschiedete. "Ist Viola hinten? Ich muss mit ihr sprechen." Die Mittvierzigerin musterte ihn eine Weile, bevor sie ihm mit - für eine Frau - ungewöhnlich markanter Stimme antwortete: "Viola ist gegangen und hat sich spontan für die nächsten Wochen freigenommen." "Und wo ist sie hin?" "Sie wollte verreisen. Mehr hat sie nicht gesagt."

***

Auf dem Weg nach Hause wunderte Duke sich über Violas spontane Abreise. Wieso hatte sie ihm nichts gesagt? Soll ich probieren, sie anzurufen? Was, wenn sie schon im Ausland ist? Kostet das nicht zuviel? Er schüttelte den Kopf, um die vielen Gedanken abzuschütteln, die ihn plagten. Es gab noch keine Lösungen, dafür immer mehr Probleme. Er schloss die Haustür auf und schloss sie wieder. Sicherheitshalber drehte er den Schlüssel im Schloss um, was er sonst nie tat. Heute musste das aber sein. Er deaktivierte das Klingelsystem, um für sich zu sein. Dann legte er sich erschöpft in das Bett.

***

Duke wurde geweckt, als sein Handy zu piepen begann. "Ach, der Scheiß Akku wieder!", maulte er und sah kontrollierend auf sein Handy.

1 neue Bildnachricht(en)

Absender: TRMrEd
Betreff: ololooloool

Habe Ronny verarscht *gg* - Viva Las Vegas


http://img707.imageshack.us/img707/1494/lasvegasbord.jpg


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Dukexx
25.04.2011, 21:24
Duke hatte lange geschlafen. Viel zu lange. Er hätte zeitig aufstehen sollen, überlegen müssen, was er als nächstes tut.
Konnte er überhaupt etwas tun, bevor er in Vegas war? Eine SMS an seine beste Freundin und eine eiskalte Dusche würde ihn klarer denken lassen.

***

MouF: Das Trainingslager vom FCB ist dieses Jahr in Mexiko. Ich werde meiner Mannschaft folgen, komme was wolle.

Mexiko. Jessica hatte mexikanische Vorfahren. Duke ärgerte es, dass er nicht an die banalsten Dinge denken konnte, ohne sie mit ihr zu assoziieren.
Es klingelte an der Tür. Irgendwas überraschte ihn daran, doch er konnte nicht ausmachen, was genau es war. Langsamen Schrittes trottete er zum Eingang seiner Wohnung und öffnete den Hauseingang.

"Hallo, Jan." "Viola!", stellte er überrascht fest. "Was... ich dachte, du bist verreist." "Ich verreise auch, jetzt. Ich wollte nur sichergehen, ob bei dir alles in Ordnung ist."
"Ja, es... ich... bin mir nicht ganz sicher. Wo willst du denn hin?" "Ich fliege mit einer Freundin auf die Bahamas, brauche ein bisschen Abstand von Delmenhorst."

***

Duke saß wieder vor seinem Computer, sah seinen Freunden beim kommunizieren zu.

ChaosD: Warum? Was soll ich in Vegas?
Kiros: Da gibt es Alkohol, dicke Frauen, Geschlechtskrankheiten. Was willst du mehr?
ChaosD: Nevada ist ein Wüstenstaat. Da ist nichts außer Vegas.
Kiros: Alk, Frau, krank !!!
ChaosD: Und Libellen?
Duke: Scheiße, verf***** . Ich habe die Klingel doch gestern ausgestellt !

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Dukexx
26.04.2011, 14:33
Nachdem Timo Detlef davon überzeugt hatte, mit den anderen nach Vegas zu reisen, überprüfte Duke seine Klingel. Sie war tatsächlich aktiviert;
wo er sich doch so sicher war, sie ausgeschaltet zu haben. Wahrscheinlich hatten ihm die vergangenen Tage so übel mitgespielt, dass er nicht mehr klar denken konnte
und seine Wahrnehmung ihm Streiche spielte. Ja, so muss es gewesen sein. Um ganz sicher zu sein, stellte er die Klingel erneut aus.

Auf seine Textnachricht hatte er bislang keine Antwort gekriegt und auch sonst war nichts Besonderes passiert. Dennoch schien seine Nervosität in jedem Moment mehr
zu wachsen. Er wollte nur so schnell wie möglich nach Vegas, um den Aufenthaltsort von Jessica auszumachen und sie zu befreien. Kurzerhand entschloss er sich dazu,
den eingestaubten Reisekoffer aus dem Keller zu holen und bereits einige unverzichtbare Dinge einzupacken.

***

Duke warf noch mal einen Blick auf den Koffer, bevor er ihn schloss. Er hatte einige gute Klamotten eingepackt sowie ein paar Sachen, die ihm weniger gefielen aber gerade deswegen geeignet waren. Er wusste ja nicht, was ihn in Vegas erwarten würde. Einige Pflegeprodukte waren natürlich auch Pflicht. Vielleicht, ganz vielleicht - so hoffte er - würde ihn ja auch Spaß in Spielhallen und ähnliches erwarten. Auszuschließen war das nicht. Alles was nun noch folgen würde, müsste er spontan entscheiden.
Jetzt war er müde.

***

Jan erschrak etwas, als er abermals durch den Sound seines Mobiltelefones geweckt wurde. Er nahm es in die Hand, sah den eingehenden Anruf und nahm an.

"Warum machst du die Tür nicht auf?", sagte die vertraute Stimme seines guten Freundes Zetthard. "W - was?" "Ich stehe vor deiner Tür und drücke mir die Finger wund. Bist du schwerhörig?" "Nein, warte. Ich komme!" Duke legte auf und verließ mit einem blassen Lächeln auf den Lippen sein Zimmer. Er hatte kein Klingeln gehört. Siehst du. Du hast es nur verpeilt. Die Klingel schaltet sich nicht von selbst an, sprach er zu sich selbst und öffnete schließlich die Tür.

"Sei gegrüßt, Zeddy!", sagte er froh, als er das zusammengekniffene Gesicht des nerdigen Kellerkind-Kumpanen sah. "Hallo, Duhk! Ich hab' nicht viel Zeit, die Luft macht mir zu schaffen. Ich wollte nur sagen, dass ich mitkomme - nach Vegas. Ich nehme dort an einem Seminar teil, in welchem ich lernen soll, wie man mit Fr... Fr... Fra.... Fr..." - "Du meinst, du lernst mit Frauen zu reden?!" Zetthart zuckte kurz zusammen. "Ja... ähm - genau!" "Das freut' mich, Zeddy. Mittlerweile wird das Ganze ja sowas wie ein Let's Fail - Treffen."

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Dukexx
26.04.2011, 18:19
Black Panther: Ich habe mit demjenigen gesprochen wo dafür verantwortlich ist. Die Tickets wo für Hin- und Rückflug sind habe ich.

Duke: Wunderbar. Du bist der / die Beste. Vielen Dank !

Black Panther: Kein Problem. Ach übrigens; ich habe noch zwei Tickets wo für Begleitpersonen sind. Einmal voll- und einmal minderjährig.

Duke: Begleitpersonen? Na, okay - wäre ja Verschwendung, wenn ich das nicht nutzen würde. Treffen wir uns morgen am Flughafen von Dukeland?

Black Panther: Okay. Wenn der Zeiger der Uhr steht wo die 15 ist, treffen die wo wir sind sich.

Duke: Ähh, ja. Alles klar! *verwirrt guck*

Der große Stein auf Dukes Brust lockerte sich etwas, wenngleich er nicht vollständig verschwand. Die Karten für die Reise nach Vegas waren gesichert.
Jetzt konnte er nur abwarten. Um die Zeit bis zum Aufbruch zu verkürzen, fuhr er mit der Maus erneut über seinen Monitor und lud zwei seiner Freunde zu einer Skype-Konferenz ein.

Duke: Schaaaaaatz - kommst du mit nach Vegas?

Lexa: Ich? Ja, gerne.

Zurbinjo: Nein, er meint miiiich ! Ich würde so gerne, Maus. Aber Leifu kommt direkt aus der Hölle; er hat mein ganzes Erspartes gefressen.

Lexa: olool - Powerhund !

Duke: Kein Problem, Honey. Ich habe ein kostenloses Ticket für dich... als meine Begleitperson.

Zurbinjo: Woohoo. Das ist ja echt süß von dir.

Lexa: -.-

Duke: Guck nicht so, Bückstück! Für dich habe ich auch ein Minderjährigen-Ticket. Morgen 15 Uhr, ihr beiden Hasen...

Lexa: *froi* Ja, super. Ich kann es kaum erwarten.

***

Der letzte Abend vor der bevorstehenden Reise war angebrochen und Duke langweilte sich. Es war keine gewöhnliche Langeweile, sondern vielmehr das schmerzende und erdrückende Gefühl, vorerst handlungsunfähig sein zu müssen, wie ein Bewohner von Ivalice, dem Diana Eins mit der Feuerpeitsche gegeben hat.
"Kann ich nicht irgendwas tun?", fragte er sich selbst immer wieder laut, bevor ihm die zündende Idee kam. Er müsste den Guy überreden, mitzukommen.
Doch wie sollte er das schaffen? Man stellt dem Guy keine Fragen. Man stellt der Frage einen Guy.

***

Duke: Denise... hast du Lust, mit uns allen nach Vegas zu fahren?

Schnarke: *debiles Lachen* Pingu... komm her, Pingu. Muahahaharrr.

Duke: Snake? Willst du mitkommen? Wir könnten dich brauchen.

Schnarke: So, jetzt ist Pingu endlich abgekrepelt. Was soll ich in Vegas?

Duke: Ähm... da ist... ja... äh... total... es gibt Spielhallen... und die Spiele sind schwer. Die hat noch nie jemand durchspielen können.

Schnarke: Das wäre doch gelacht - ich bin dabei !

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Dukexx
26.04.2011, 19:58
Duke hatte sämtliche Skypekontakte durchforstet, doch niemand hatte eine Antwort parat. Wo steckte Ollek? Eine Reise ohne ihn war wie eine Runde Hedgewars ohne Seil. "Mach' dich nicht nervös, Jan. Du wirst ihn bis morgen schon noch erreichen."

Aber das war ihm nicht genug. Er musste sichergehen, dass Ollek dabei war. Und er versuchte alles, er lud sich sogar eine Jamba-Applikation auf sein Handy,
um durch das Eingeben von Olleks vollem Namen (Olga Olcinski) seinen Standort zu orten - doch auch die 4,95€ / Monat inkl. Gebühren, die im Kleingedruckten standen,
halfen nicht weiter. Olgas Aufenthalt blieb weiterhin ein Rätsel.

Erschöpft gab Duke die Suche vorerst auf. Vielleicht kann sie ja nachreisen?, dachte er bei sich, doch glaubte seinen Worten selber kaum. Warum wollte er sie überhaupt dabeihaben? Klar, ein Augenschmaus wie sie war immer gern gesehen. Das war jedoch nicht alles. Irgendetwas sagte ihm, dass seine Mission ohne Olga nicht von Erfolg gekrönt sein würde.

Vor seinem geistigen Auge lief er einen strahlend weißen Gang entlang, wurde immer schneller, ohne aber eine körperliche Ermüdung zu bemerken.
Er schwebte mehr, als dass er lief. Seine Hände krallten sich im materiefreien Raum fest, fassten das Nichts. Er sah hoch.
Das Weiß spaltete sich jäh, wurde gebrochen von einer noch viel helleren Farbe, die Duke zuvor nie gesehen hatte. Ein Ton setze sich in seinem Ohr fest.
Ein heller aber klarer Ton, der scheinbar nicht den gesamten Raum ausfüllte, stattdessen direkt in ihm entstand. Das grelle Etwas formte sich zu einer ihm vertrauten Figur, ohne ihn dabei an irgendetwas zu erinnern, das ihm bekannt war. Das Wesen strahlte aus sich heraus, blendete ihn nicht; bedeckte seine Haut stattdessen mit einem samtigen Schimmern. Duke schloss entspannt die Augen.

"Du suchst eine Antwort, habe ich Recht?"

"Was? Ich - ja, ich... ich möchte wissen wo Olga ist", antwortete Duke der hauchenden Stimme nervös, bevor er einen kühlen Luftzug an seinem Hals spürte, welcher ihn ruhiger werden ließ.

"Sei unbesorgt, junger Nerd! Ich bin nur ein Teil von dir. Der Teil, der in jedem von euch steckt."

"In jedem von uns?"

"In jedem von euch. Doch kommen wir zu deiner Frage, meine Zeit ist begrenzt."

Etwas bewegte sich unter Dukes Füßen, hob ihn vorsichtig in die Höhe, gab ihm ein Gefühl der Sicherheit.

"Gehe in dich und erforsche deine Gefühle. Die Person, welche zu finden du begehrst - du kennst sie. Dir ist bewusst, was sie mag.
Konzentriere dich auf das, was du weißt."

Mit einem Ruck riss es ihn von den Füßen. Er spürte keine physischen Schmerz, doch kam ihm die Landung hart und unbequem vor.

"Ahh, mein Schädel." Duke öffnete die Augen. Er lag auf seinem Bett, beide Arme gerade an seinem Körper anliegend.
Sein Zimmer war unverändert, nur der Drucker gab Betriebstöne von sich und ließ ein bedrucktes Stück Papier vor sich auf den Boden fallen.
Duke stand auf und schlich zu seinem Computer, bückte sich, nahm das Blatt.

Facebook Event: Barbecue Party, Hudson-River-Valley, New York - OllekBollek participates

- F O R T S E T Z U N G F O L G T -

Dukexx
28.04.2011, 12:19
Der Tag der Abreise war gekommen. Duke konnte nicht fassen, dass es erst zwei Tage her war, seitdem Jessy ihm genommen wurde. Die letzten Stunden kamen ihm wie eine Ewigkeit vor. Auch an diesem Morgen schlich die Zeit nur zäh dahin.

Er warf noch einen letzten Blick in seinen Kulturbeutel. Zum Glück hatte er noch daran gedacht, die Herpescreme aus der Drogerie mitzunehmen.
Die kleine Tasche in die größere packend, schaute er zum Fenster raus. Die Sonne schien und drang ungewöhnlich unverfälscht durch das schwarze Fliegengitter.
Zur Abwechslung würde ihm Sonne vielleicht mal gut tun - und den anderen auch. Der Wecker ertönte. Zeit zum Aufbruch.

***

Duke stand neben seiner Reisetasche inmitten der Großen Flughafenhalle, wartete auf seine Freunde, während eine Angestellte am in der Mitte des gigantischen Komplexes platzierten, runden Tresen ihn ansah und ungeduldig fauchte: "ENTSCHULDIGUNG... was kann ich für Sie tun?"
"Oh!", entgegnete er ihr. "Ich... würde gerne einen Gepäckschein kaufen." Er zwinkerte ihr zu, was ihr Gemüt scheinbar etwas besänftigte. "Gut, ist die Tasche alles?" Er nickte und hob sie auf den Tresen, der praktischerweise einige Einkerbungen hatte, die - wie sich herausstellte - Begrenzungen für die Waage waren, die Teile des Pultes darstellten. Die Dame hinter der Begrenzung sah auf einen kleinen Monitor. "Da haben Sie ja Glück gehabt, junger Mann.
Das liegt gerade noch unter der Schwergepäck-Grenze!", erklärte sie schließlich mit einem antrainiert freundlichen Lächeln. "Schön!", erwiderte Duke kurz angebunden.

***

"Ihr müsst nur noch einen Gepäckschein kaufen, dann können wir in die Kontrolle!", sagte Duke seinem Schatz Zurbinjo, Lexa, Zetthard und dem Panther. Letzterer hatte ihnen soeben die frisch gedruckten Flugtickets in die Hand gedrückt. "Ok. wir sind gleich wieder da, Maus!", hauchte Zurbinjo und verlieh seinen sanften Worten durch ein liebevolles Lächeln Nachdruck. "Ich warte hier", sagte Duke ebenfalls lächelnd.

Etwas später fanden sich seine vier Freunde wieder um ihn herum ein. "Ich kann echt nicht glauben, dass wir nach Vegas fliegen!", grinste Zurbinjo und wirkte dabei leicht aufgeregt, wohingegen Lexa dies mit einem beeindruckend lässigen "Power!" kommentierte. "Lasst uns gehen!", forderte Duke und fügte hinzu: "Ed, Detlef, Ronny, Denise, Barney und Kiros werden wir schon im Flieger treffen."

***

Duke stand bereits auf der anderen Seite der Gepäckkontrolle und wartete auf Zetthard, der als einziger noch durchsucht wurde. Während die Security ihn abtastete, dachte Duke darüber nach, wie problematisch die Situation wäre, würden die Sicherheitsbeauftragten weiblich sein. Doch darüber brauchte er sich ja keine Sorgen machen.

"Haben Sie Flüssigkeiten dabei?", fragte der Security-Guard und schielte Zeddy dabei in das blasse, von der Kapuze fast vollständig bedeckte Gesicht.
"Nei... ähm, nunja - wissenschaftlich gesehen wäre es falsch zu behaupten, dass ich kein Wasser bei mir trüge. Schließlich besteht ein nicht unwesentlich großer Teil meines Körpers aus Wasser. Aufgrund meines Alters und meines Geschlechts würde ich davon ausgehen, eine prozentuale Wasserverteilung von 63% in meinen körperinternen Flüssigkeitsräumen zu haben, würde aber nicht dafür garantieren. Das meiste Wasser werden Sie - werter Herr - voraussichtlich im Blutplasma finden, weswegen ich Ihnen empfehle, vor Ort eine Blutabnahme zu unternehmen, um auch wirklich sicherzugehen. Wenn es Ihnen recht ist, könnten Sie sich auf eine Kooperation mit einem Blutspendedienst einigen, für den ich mich ehrenamtlich engagiere."

Der Beauftragte für die Sicherheit sah ihn mit einer Mischung aus Mitleid und Entsetzen an, bis sein Kollege ihm mit dem Mittelfinger merkbar auf die Schulter tippte. "Lass ihn einfach durch!", sagte er, was der immer noch erstaunte Mann mit einem Handwinken tat.

***

"Ich will den Platz am Fenster!" "Aber dann sitze ich nicht neben Jan!" "Na und - du kannst dir doch ein Hotelzimmer mit Jan teilen; außerdem sitz Jan in der rechten Reihe außen. Wenn du dich in der Mitte nach links setzt, ist das kein Problem." "Und wo sitzt Zeddy dann?" "Ach, Schatz - setz dich doch einfach auf meinen Schoß, dann hat Zeddy in der Mitte neben Lexa Platz!" Duke war froh, einen Kompromiss gefunden zu haben und ließ Zurbinjo auf seinem rechten Oberschenkel Platz nehmen.

Er warf einen kurzen Blick zu dem aus dem Fenster starrenden Panther und schloss seine Arme um Zurbos Hüfte.

***

Das Handy in Dukes Hosentasche klingelte, worauf er erst aufmerksam wurde, als sein Hase sich leise aber hörbar über den Vibrationsalarm freute. "Ist das Telefonieren in Flugzeugen überhaupt gestattet?", fragte Lexa, dem Zetthard entgegnete: "In Flugzeugen der Duke-Air ist das kein Problem!" Jan nahm das Handy aus seiner Tasche und beantwortete den Anruf.

"Ja?" "Duke? Hier ist Detlef." "Was gibt`s?" "Es gibt da ein Problem mit Ed." "Ach, mist! Was ist passiert?" "Bei der Gepäckkontrolle hat Kiros über den Namen des Sicherheitsbeauftragten gelacht. Er heißt Otto." "Oh nein... du meinst...?" "Ja!", fiel Detlef ihm ins Wort. "Ed wollte ihm eine Bombe geben."

Dukexx
28.04.2011, 12:27
"Was ist los?" Zurbinjo sah Duke an, nicht ahnend, was dieser am Telefon erfahren hatte. "Ed... er hat..." - "Ach, gib das Telefon her!"
Panther klang genervt als er ihm das Handy aus der Hand riss und es an sein muskulöses Ohr führte. "Gib' mir mal den wo Security ist!"

***

Kiros, Detlef, Barney und Ronny kamen, gefolgt von einem verschmitzt lächelndem Ed, in das Abteil, in dem die restlichen Failer saßen. Nach einer ausführlichen Begrüßung fanden sich die beiden Ossis in der gleichen Reihe ein, in der auch Duke und Konsorten saßen, während der Rest der Truppe sich Plätze in einer der hinteren Reihen suchte. Zurbinjo drückte Jan einen Kopfhörer in die Hand, um gemeinsam mit ihm einen der Filme zu sehen, die kostenlos zur Auswahl gestellt wurden. "Such' irgendwas romantisches aus!", bat Duke ihn noch, bevor er sich die Hörmuscheln aufsetzte und kaum einen Ton mehr von seiner Umwelt wahrnahm.

***

"Wo ist Denise eigentlich?" Sie waren bereits einige Zeit unterwegs. Duke konnte nicht genau sagen, wie lange. "Pff, gute Frage!" Während Ronny und Detlef jeweils bereits zum drölften Mal auf die Flugzeugtoilette gerannt waren - was er dem überhohen Bananensaftkonsum zuschrieb -, hatte er nur hin und wieder an seinem trendigen Tomatensaft genuckelt und gleichzeitig mit Zurbinjo auf zwei mittlerweile vollgeschriebenen Blättern Papier "Stadt, Land, Fluss" gespielt, was seinen Reiz dadurch verlor, dass der einzige Fluss, den Duke kannte, der Po war.
"Ich ruf ihn mal an!"

Gerade als er die entsprechende Kurzwahltaste drücken wollte, ertönte die Durchsage in Form einer unfassbar vertrauten und männlichen Stimme.

"Sehr geehrte Fluggäste. Wir haben temporäre Problem mit unserem Piloten. Bleiben Sie ruhig. Es besteht kein Grund zur Sorge. Ihr Co-Pilot Snake!

Voulez vous tu t'appelle cocher je taime avec moi. Sarcozy de la soin loup attend. Bordeaux est un color. Deux Haricot Snake!"

Very honored flying guests. We've got timy problems with our pilot. Please stay quiet. There's no reason to have sorge. There are Snakes on a plane!"

Dukexx
13.05.2011, 15:18
"Wann sind wir endlich daaaa?", wollte Zurbinjo ungeduldig wissen. "Hör auf zu meckern, Schatz."

Tatsächlich machte sich in Dukes Brust erstmals seit der Abreise großer Unmut breit. Die Massenpanik, welche durch Snakes Ansage ausgelöst wurde,
hatte sich spätestens zu dem Zeitpunkt gelegt, als er mit einem Besen tanzte und sämtliche Fahrgäste in melancholischer Nostalgie darüber nachdachten,
wann sie das letzte mal getanzt hatten. "Also ich tanze jedes Wochenende!", verkündeten die muskelbepackten Stimmbänder von Panther. "Jedes Wochenende.
Geschmeidig, wie eine Raubkatze!" Zurbo und Duke imitierten ihn, indem sie ihren Mund zu seinen Ausführungen bewegten, was nur die beiden lustig fanden.

Dennoch - die Angst war wiedergekehrt. Die Angst um Jessy - und die Angst, dass irgendeiner seiner Freunde ihn von seinem eigentlichen Ziel abhalten könnte.
In dem Moment, in dem seine Gedanken sich gerade um die schlimmsten potenziellen Ereignisse drehten, die in ihn Vegas erwarten könnten, berührte ihn die Hand von Kiros an seiner Schulter. "Ich sehe, du bist besorgt, Duke. Was bedrückt dich?" "Nunja - ich..." "Lass dir gesagt sein, Jan - hab' keine Angst. Dicke Weiber kommen und gehen. In Vegas vergisst du das sogar noch schneller als irgendwo sonst auf der Welt. Und irgendwann - ja, irgendwann findest du dann deine persönliche asiatische Prinzessin." Während Zurbinjo aufgeregt lächelte, hielt Duke es nicht mehr aus. "Ah, fuck! Leute, kommt mal her!"

Alle versammelten sich um ihre Sitzreihe herum und sahen ihn an. "Das wird kein vergnüglicher Trip durch Spielhallen und Stripbars.
Der Grund, warum ich nach Vegas will, ist..." "Jessica, nicht wahr?", fragte Zurbinjo trocken und stand von Dukes Schoß auf. "Es geht immer um Jessica oder?"
Er drückte Kiros und Barney bei Seite, während Eds bärtiger Kopf ihm dabei zu sah, wie er langsam in Richtung Toiletten stolzierte.

Duke wollte gerade aufstehen und ihm folgen, als er plötzlich eine gewaltige Erschütterung spürte. Snake kam aus dem Pilotenraum geeilt und schrie:
"Bitte verlassen Sie auf schnellstem Wege das Flugzeug. Wir haben Probleme mit den Triebwerken." Die Menge schrie aufgebracht: "FLUGZEUG VERLASSEN?",
während Barney schon geistesgegenwärtig zu einem Schrank an der rechten Seite des Abteils geeilt war, diesen mit seinen starken Oberarmen öffnete und einige Rucksäcke rausholte, die er sofort zu Duke und seinen Freunden warf. "Schnell!", rief er ernst, was seine Berechtigung hatte, da sich im selben Moment dutzende von Fluggästen zombieartig näherten und versuchten nach den Rucksäcken zu greifen. Ed hielt seine Tasche warnend vor den eigenen Körper und sagte in gekünstelt gebrochenem Deutsch "Ich läbe für Allah!", was die meisten Leute zum Rückzug bewegte. Die Freunde legten sich die Rucksäcke um und rannten zur Tür an der Seite, die Barney öffnete.

***

Duke sah die Erde in freiem Fall näher kommen, tastete mit seinen Fingern an der Seite entlang, verzweifelt auf der Suche nach dem erlösenden Band, welches den Fallschirm öffnen würde. Er fand es nicht und sah nur, wie die Distanz zum Grund immer geringer wurde. Die dichten Wolkendecken hatte er bereits hinter sich gelassen.
Ihm wurde klar, dass dies die letzten Sekunden in seinem Leben sein sollten. Er würde seine Freunde nie wieder sehen, Jessy nie wieder sehen. Wobei zweiteres auch fragwürdig gewesen wäre, würde er nun nicht sterben.

***

Die letzten fünfhundert Meter kamen ihm wie eine Ewigkeit vor. Duke sah sämtliche Gesichter vor seinem verblassenden Blick, die er in seinem Leben kennen und schätzen gelernt hatte. "Ciao, Leute!", sprach er leise zu sich selbst als seine Füße schließlich den Boden berührten.

Dukexx
23.05.2011, 00:19
Duke befand sich in einem stockdunklen Raum, in dessen Mitte ein gleißend helles Licht auf ein Wesen schien, welches er dennoch nur schemenhaft erkennen konnte.
Die Gestalt schien sehr klein und dürr zu sein, das verrieten die Falten im schwarzen Umhang, der an oberster Steller enger wurde und offensichtlich eine Kapuze darstellte. "Tom?", fragte Duke leise, doch das Wesen schien ihn zu hören. "Tom Riddle?" Die Figur drehte sich um und gab ihr knochiges Gesicht preis.
"Nein verdammt! Ich bin der Grim Reaper, du Trottel!" "Der Grim Reaper? Ich dachte, Grim Reaper sprechen englisch?" Der Seelenfänger tippselte auf Duke zu und schien dabei nur noch kleiner zu werden. "Nein!", fauchte er. "Ich werde nur andauernd übersetzt. Ich bin Österreicher. Ach äähmm...", sagte er und sah auf einen Zettel, den er nur Momente zuvor aus seinem Umhang gezogen hatte. "Wie ist dein Name?

"Ich heiße Duke!"

"Was bist du? Künstler oder so? Deinen Geburtsnamen, Mensch!"

"Achso, ähm - Moment. Ich glaube, mein voller Name ist Jan Diana Dukehans!"

"Geht doch!", sprach der Grim Reaper und musterte wieder mürrisch den Zettel. "Du bist ein Nerd, richtig? Einer von Bastian Weber?"

"Ja, das stimmt!", antwortete Duke überrascht. "Bastian Weber ist mein Meister! Hat das irgendeine Bewandtnis?"

Der Grim Reaper stöhnte entnervt. "Schließt sich einer Religion an und weiß nicht wie sie funktioniert", maulte er. "Du bist einer von Bastian Webers Jüngern. Das heißt, dass du zwei Leben hast."

"Zwei Leben?", schrie Duke überrascht auf. "Wie Katzen und Eichhörnchen?"

Der Grim Reaper schien wieder erbost. "Nein, nicht wie Katzen und Eichhörnchen, Idiot. Du solltest hin und wieder mal etwas anderes machen, als zu spielen. Mehr wie... Schildkröten. Ja, Schildkröten haben vier Leben! Finden die nicht so toll. Die meisten haben spätestens nach dem zweiten die Schnauze voll. Und dagegen machen können sie auch wenig. Schmeiß dich als Galapagos-Kröte mal vor 'n Auto und hoffe, dass der Panzer zerschellt. Apropos Shell... 'ne süße Freundin hast du da."

"Ich weiß. Naja - was heißt'n das? Darf ich jetzt gehen oder wie?"

"Ich schick dich bis zu drei Minuten vor deinem Ableben zurück, dann bist du auf dich allei - Moment mal..." Das Monster verharrte. "Äh - es gibt da ein Problem!"

"Was für ein Problem denn?"

"Naja..." begann der Angestellte des Todes langsam und fuhr fort: "Ist scheiße gelaufen. Du bist schon mal gestorben."

"Wie? Was? Wie kann das sein? Das hätte ich ja wohl mitgekriegt! Und du auch!"

"Hier steht: Du kamst aus der Bäckerei und wurdest von einem Auto angefahren, bist etwa drölfhundert Meter durch die Luft geflogen und verblutet. War gar nicht so lange her. Moment - da ist noch 'ne Notiz. Der Grim Reaper drückte die Augen etwas aus der knochigen Höhle heraus und drückte die Nase ohne Haut fast auf's Papier. "Achja, der Typ warst du. Du hast das Klingelsystem deiner Haustür abgeschaltet, somit konnten wir dir nicht Bescheid sagen. Wir haben einen Seelenlosen geschickt, der sie wieder angeschaltet hat aber danach waren wir erstmal ausgebucht. Sterben viele Menschen in diesen Tagen."

"Das macht keinen Sinn. Warum habe ich davon nichts mitgekriegt und warum musstet ihr mir erst Bescheid geben? Ich bin doch nach meinem Absturz aus dem Flugzeug auch direkt hier gelandet."

"Denkst du, dass wir gerne mit einem Haufen Grütze auf dem Boden reden? Als du angefahren wurdest, hat es dich physisch kaum beschädigt, da konnten wir dich für deine letzten Lebensstunden einigermaßen rekonstruieren. Aber bau mal den menschlichen Körper wieder zusammen, um mit ihm zu reden. Wir sind magische Bürokraten, keine chirurgischen Biologen."

"Na toll. Heißt das, ich darf jetzt nicht zurück?"

"Eigentlich nicht. Tod ist tot und tot ist Tod. Wir haben laut Gesetz sieben Erdentage Zeit, um dir Bescheid zu geben, sonst ist der Tod nicht gültig. Und das waren weniger. Allerdings..."

"Was, allerdings? Jetzt sag schon - darf ich zurück? Ich muss da echt noch was erledigen."

"Hetz mich nicht, Homo. Ach - no offense. Ich meine deine Rasse. Jedenfalls... ja, keine Ahnung. Du warst mit den Regeln nicht vertraut und hast dein zweites Leben daher nicht so auskosten können, wie es eigentlich vorgesehen ist. Hmm - ich glaube, ich könnte da ein bisschen was drehen."

"Echt? Das geht? Und du machst das einfach so?"

Das Wesen lächelte jetzt erstmalig. "Ich bin ein großer Fan von Jessys Filmen. Und ich denke, du wirst benötigt, um sie zu retten. Ja, verdammt - ich geb' dir noch 'ne Chance."

"Juhuuuuu!", rief Duke aus tiefster Seele und sprintete auf den Grim Reaper zu, um ihn zu umarmen. "Neeneenee!", rief dieser und Jan stoppte ab. "Lass das!" "Ach, zerfällst du dann zu Staub oder so?" "Nein, du CGI-Opfer! Ich möchte einfach nur nicht von dir angepackt werden. Mann, was ist denn mit der Erde los, heutzutage? Ach, was soll's. Ich schick dich rauf. Mach' nicht den gleichen Fehler, der zu deinem Tod geführt hat. Sollte klar sein, für dich sag ich's aber dennoch. Bis irgendwann!"

Duke wurde jäh von einem noch viel grelleren Licht geblendet und saß plötzlich wieder im Flugzeug. Ein Druck löste sich von seinen Beinen und Zurbinjo stand verärgert auf. "Es geht immer um Jessica oder?", sagte er trocken und drückte Kiros und Barney bei Seite.

Dukexx
23.05.2011, 03:59
"Warte, Zurbo!"

"Warum soll ich warten? Worauf denn?" "Jetzt zick' nicht rum und komm' her, es ist wichtig." Zurbinjo stöhnte, gehorchte aber. "Was ist?"
"Hört mir zu, Leute! Dieses Flugzeug wird gleich abstürzen. Wir müssen uns Fallschirme nehmen und springen." Dukes Freunde lachten.
"Oh, haben wir also unser finales Reiseziel erreicht? Haha, haahaahahaha,haa, haa, haa." Jäh hörte Zeddy auf zu lachen, als ihm bewusst wurde, dass er der Einzige war, der dies tat. "Leute, Reiseziel. Destination. Final. Ihr versteht schon?", erklärte er, während alle ihn nur mitleidig ansahen und im Hintergrund ein Wüstenbusch entlangrollte. "Ach, fickt euch einfach."

"Glaubt mir, Leute...", begann Duke als Snake den Passagierraum eilig betrat und rief: "Bitte verlassen Sie auf schnellstem Wege das Flugzeug! Wir haben Probleme mit den Triebwerken." Duke stand auf und sprintete zu dem Schrank auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes, während die Masse hysterisch schrie: "FLUGZEUG VERLASSEN?" Barney hatte die selbe Idee und der Delmenhorster besann sich. "Mach du das, Paki!" Barney sah ihn fragend an, zögerte aber nicht lange, sondern nahm die Rucksäcke und warf sie zu seinen Freunden. Duke rief seine schemenhaften Erinnerungen auf und rief "Warte!", als Kiros seinen Rucksack fing. Dieser sah ihn an: "Was ist dein Problem, Mann?", fragte er nervös, während Ed den Rest der Gästeschaft mit Pseudo-Terrorismus zurückhielt. Duke ging zu Kiros und begutachtete den Rucksack. Er sah die kleine Reißleine, die sich um einen der Träger gewickelt hatte und löste diese davon.

***

Er sah die Erde in freiem Fall näher kommen, tastete mit seinen Fingern an der Seite entlang, auf der Suche nach dem erlösenden Band, welches den Fallschirm öffnen würde. Er fand es, atmete tief durch und zog daran. Ruckartig federte sein Fall sich ab. Die Distanz zum Boden wurde langsam geringer und kurz darauf hatte er auch die dichten Wolkendecken hinter sich gelassen. Er sah nach rechts und links, konnte aber niemanden seiner Freunde erkennen. Nur das Flugzeug flog schräg auf den Grund zu und zog dabei einen flammenden Schweif hinter sich her.

Ihm wurde klar, dass dies die ersten Minuten in seinem neuen Leben werden sollten, in welchem er es sicherlich schaffen würde, Jessica zu retten. Nur dafür lebte er schließlich.

Dukexx
23.05.2011, 14:08
Duke landete unerwartet unsanft auf dem eigentlich recht weichen Ackergrund und stolperte, bis er schließlich fiel. Der Fallschirm spannte sich über ihn.

***

Nachdem er sich aus seinem Lebensretter befreit hatte, sah er sich um. Er war auf einem großen Acker gelandet, der an eine Art Bauernhof angeschlossen war.
Hunderte von Metern weiter konnte er einen befahrenen Highway erkennen. Er trabte in die Richtung der Schnellstraße und ärgerte sich darüber, dass er nicht daran gedacht hatte, dass sich durch den Sprung alle voneinander trennen müssten. "Vielleicht konnte Snake ja noch irgendwas retten, damit die armen Menschen nicht sterben müssen. Wenn das einer kann, dann er", sprach Duke zu sich selbst, um sich wenigstens in dem Punkt nicht die letzten Hoffnungen nehmen lassen.

***

Auf dem Highway angekommen, zögerte er nicht lange und fuhr den Arm aus, um die Reisenden zum Anhalten zu bewegen. Das erste und zweite Auto fuhren ohne langsamer zu werden vorbei, auch beim dritten Wagen - einem typisch us-amerikanischem Pickup-Transporter - hatte er kein Glück. Ein Lastwagen hielt schließlich an,
doch der süffig grinsende Fahrer machte Duke zu viel Angst, wo er doch wusste, dass Trucker eine Vorliebe für kleine, sensible Kinder hatten. Unweigerlich dachte er an die Kirche.

***

Ein weiterer Pickup näherte sich mit einer Mischung aus grässlich stotternden Motorengeräuschen und einem ebenso furchtbaren Remix von Keshas "Tik Tok" und hielt an. Duke erkannte einen Fahrer und eine Beifahrerin in ungefähr seinem Alter. Erst danach erblickte er die zwei (hotten) Weiber, welche - nur mit einem Bikini bekleidet - hinten auf der Ladefläche Platz genommen hatten. Die Beifahrerin sah ihn über das halb heruntergekurbelte Wagenfenster an. "You need a ride?" "Yeah I do!"
Sie nickte und deutete auf die Ladefläche. "Thank you!", sprach Duke höflich und stieg hinten auf den Wagen, wo er sofort von den beiden lächelnden Schönheiten begrüßt wurde.

"My name is Jo and this is Rosie!", sagte Jo und sah ihn an. "I'm Duke!" "Duke?", fragte Rosie grinsend. "Like that dude from the video game, Duke Nukem?"
"Yeah, just like that!"

***

"Guys, I know this sounds weird but; could you please tell me, where I am?" "You're in New York!", lächelte Rosie. "THIS is New York?" "Yeah - the state, not The Big Apple!" "Okay!" "So Duke... where are you from?" "I'm from Germany!" "Uuh, Germany!" grinste Rosie wieder schlemisch. "Would you show us your german sausage?", fragte sie und fing gemeinsam mit Jo an, zu kichern. Duke sah sie überrascht an. "Err... I would, but... I'm like... more of an... inside man." "Inside Man?", fragte Jo verwirrt. "Like Denzel Washington?" "No... more like... Jude Law!" "I like Jude Law... so, Duke. Do you want to drink something. We've got a lot of booze 'round here." "Yeah... hit me!"

***

"...And then I went to the highway and met you guys!", sagte Duke etwas lallend, da Jo und Rosie ihm bereits ordentlich Whiskey verpasst hatten.
"So, you're really talkin' about Jessica Alba, the actress?" "Yeah, I know this sounds unbelievable but we met at Oktoberfest 2010 and she was really drunk... so were I.
And after a short period of time we just began to date for a while, when she said, that she'd like to sleep at my place whenever she's not too busy", erklärte er und nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche. "That's a really sad story", klagte Rosie mitleidig. "What do you do now?" "I don't know. I think, I have to find my friends but I don't have any clue where they could be!" Jo sah ihn an und hob sein Kinn mit ihren Fingern an. "We're about to get to a party. You could join us and spend the rest of the night with Rosie and me. It's a barbecue party in a small county nearby, called Putnam. It's right in the Hudson River Valley. But it's not just about Barbecue. We'll have a lot of fun." Duke sah sie grinsend an. "Well, I think, I may need a little party to... - wait! Did you just say Hudson River Valley?"

Dukexx
23.05.2011, 15:27
Duke stieg nach Rosie und Jo von der Ladefläche des Pickups und hörte bereits die lauten Klänge von Chartmusik und Partygegröhl aus dem Garten und Inneren des großen Hauses. "Come with me!", sagte Rosie und nahm ihn bei der Hand, während der Fahrer ausstieg und sie schließlich einholte. "Hey, my name is Christopher and this is Nicole!", sprach er aufgeregt und voller offensichtlicher Vorfreude auf die Party. Inzwischen befand sich auch Beifahrerin Nicole auf ihrer Höhe. Jan schüttelte Christophers Hand mit seiner freien und erwiderte: "My name is Duke!" "Like that..." - "Yeah, just like that dude from the video game." "Well - nice to meet you, Duke!"

***

"So where is the barbecue stuff in here?" Rosie sah ihn an. "This is not really about barbecuing... it's just about drinking and having fun, if you know what I mean!" Sie grinste frech, was Duke mit einem Lächeln beantwortete. "But if you're really hungry... there are propably some dudes in the backyard." "Okay!", entgegnete Duke ihr. "I'll have a closer look - but I'll be back in a few minutes." "Yeah, do that. I'll wait for you right here."

***

Duke öffnete im recht ruhigen Fernsehzimmer die Terrassentür und trat nach draußen. Am Tisch sah er einsam jemanden sitzen, der aussah, wie ein Game-One-Redakteur und leise vor sich hin murmelte: "Ich versteh die Leute nicht. 'Ne Grillparty und keiner grillt. Verrücktes Land. Es gibt doch nichts Besseres." Duke machte einige Schritte nach vorne. "Olga?" Die Person sah ihn an und musterte ihn genau, trat einige Schritte näher um nicht vom Gartenlicht geblendet zu werden. "Du meine Güte, Duke? Was machst du denn hier?" "Ich... ich - ach, das ist eine lange Geschichte." "Erzähl sie mir!"

***

"Verdammt! Und du weißt garantiert nicht, wo die anderen stecken?" "Nein, ich habe nicht den blassesten Schimmer. Ich mach' mir jetzt auch erstmal keine Gedanken darüber. Heute will ich nur Spaß haben. Würdest du denn morgen mit mir kommen?" "Klar, ich lass dich doch nicht im Stich, Alter."

***

Duke betrat wieder das riesige Wohnzimmer, in dem man sein eigenes Wort kaum verstand. Der Boden war bedeckt mit Alkohol- und Drogenresten und hier und da auch einigen Blutflecken. Er grinste, als er sah, dass Rosie noch immer an der vereinbarten Stelle stand. "It took you very long to take a closer look!", sagte sie, wirkte dabei aber nicht wirklich sauer, weswegen Duke es auf sich beruhen ließ. Ohnehin wäre es zu kompliziert gewesen, ihr zu erklären, dass er hier einen guten Freund aus dem eigenen Land getroffen hatte. "Don't mind it!", sagte sie zu seiner Bestätigung. "Let's just get some booze."

***

Rosie und Duke saßen auf der kleinen, dreistufigen Treppe in der Garage des Hauses, wo man die Partygeräusche dank der massiven Metalltür kaum noch wahrnahm.
Zu ihrer Rechten stand ein Kühlschrank, aus dem die beiden sich kurz zuvor eine weiter Flasche Whiskey genommen haben, an der sie nun abwechselnd nippten. Jan sah auf das Garagentor, dass sich mit einer etwas weiter oben angebrachten Batterie öffnen lassen würde. "It's kinda like that one scene in Scream!", sagte er grinsend.
"You mean the part where that fat chick wants to bolt from the murderer by escaping through that small catflap?" Duke schüttelte den Kopf. "No, that's Scary Movie. I mean the scene where that girl, played by Rosie McGowan, tries to escape through the catflap, when Ghostface just kills her by crushing her body at the tight top."
"Uh, you know a lot about movies!", hauchte Rosie beeindruckt und legte ihren Kopf auf seine Schulter. "I do!" "Well - than what's your favorite horror movie?"

***

Duke sprang erschrocken auf als Rosie drauf und dran war, ihm das Messer in die Rippen zu stechen. "What the fuck - are you crazy?"
"Am I crazy? You're coming to a party with me and my friends, I show you that I like you and you prefer to just talk to a random guy who likes to barbecue? AND I AM CRAZY??" Sie machte einen Satz nach vorne, Duke streckte beide Arme aus und rief: "Wait.... wait!" Sie hielt an und ließ das Messer durch ihre Hand gleiten, sah ihn an.
"That dude was not random. I know him, he is one of my friends... I can just tell you what role he plays in this whole thing." Rosie grinste nur psychopathisch.
"Well - I don't think that you'll have a chance to tell me, now that you're life is about to end." Sie setzte an zum Sprung, als sich hinter ihr eine Tür öffnete und ein Gegenstand mit einem dumpfen Geräusch gegen Rosies Kopf flog, sie ähnlich hohl damit auf dem Boden aufschlug. Das Messer glitt dabei aus ihrer Hand.

Jo stand in der Tür und sah ihn erschrocken an. "What has happened in here? I heard loud noises and..." - "I don't know. We talked about horror movies when she suddenly pulled out that knife and I... oh my god, I can't believe this!", sagte er und spürte erst jetzt, wie sein Herz vor Angst rasend schnell und hart gegen seine Brust hämmerte. "Just relax. She's not able to hurt you anymore!", sprach Jo beruhigend und deutete auf Rosies Kopf, neben dem sich eine immer größer werdende Blutlarche bildete. Jo bückte sich nach dem Messer.

***

"What is that shit about?", fragte Jan schreiend, den Jo mit einem Messer an der Kehle gegen die Wand gedrückt hatte. "You are really asking me what this is about? You better tell me! We met you at the highway and I was at least equally nice to you as she was and you decide to have some private time with her?" "Jo, I just... she just took me with her. You didn't say anything. To be honest - I think, you're definitely sexier than her." Jo schüttelte mit einem bösen Grinsen auf dem Gesicht den Kopf. "Too late, Duke!", fauchte sie und holte mit der Hand aus, in der sie das Messer hielt.

***

Duke hatte die Augen geschlossen und hörte wieder nur einen dumpfen Knall. Als er die Augen öffnete, sah er, wie Jo bewusstlos zu Boden sackte und schließlich ein weiteres gutaussehendes Mädchen hinter ihr stand. Sie hielt eine leere Whiskeyflasche in der Hand, die offenbar nicht zersprungen war. "Please, don't kill me!", sagte Duke reflexartig, versuchte dabei nach hinten zu fliehen, wo sich aber nur die eiskalte und kahle Garagenwand befand. Die Schönheit hob das Messer auf und nahm es an der Klinge, hielt es ihm hin. "I just saved your life and you're begging me not to kill you? Well - you're welcome!" Sie drehte sich um und ging in Richtung Tür. "No... no, wait! I'm sorry. Those girls just scared me!" Sie sah ihn über ihre eigene Schulter hinweg an. "My name is Victoria. Would you like to party with me - I mean; in a place that's... nicer than this?" "Sure!", erwiderte Duke beruhigt lächelnd.

***

Duke öffnete die Augen. "Scheiße, hab ich 'nen Kater!", sagte er müde und völlig kraftlos. Er erinnerte sich an Jo und Rosie, die verrückten Sexbomben, die ihn beinahe sein letztes Leben genommen hätten, dachte an Ollek, mit dem er zügig aufbrechen müsste, um noch vor dem von den Entführern gesetzten Ultimatum in Vegas einzutreffen, erinnerte sich auch an Victoria, das Mädchen, dass ihn gerettet hatte und dem er danach sein ganzes Leid klagte und - "What did you just say?"

Duke schaute überrascht nach links, wurde mit einem Schlag wacher, als er Victorias hübsches Gesicht sah. "Did you sleep well?", fragte sie grinsend.
"I suppose, I did!", antwortete er lachend und mit einem Mal kehrte der gesamte Abend zurück in sein Gedächtnis. Schlagartig öffnete sich die Tür und Olga stand darin,
was Victoria dazu bewegte, schnell die Decke über ihren (nackten) Oberkörper zu ziehen. "Duke, wir müssen los!"

"What did he say?", fragte Victoria neugierig. "He told me, that we have to go and... I think, he might be right", sagte er mit einem etwas enttäuschten Gesichtsausdruck, weil dies hieß, sich von Victoria zu trennen. "Ehm, Duke... would you... would you mind if I just came with you?" Duke grinste. "I would love that. But we don't have an automobile and - as you know - it's going to be a long journey." "We can use my father's car!", konterte sie spontan. "And I think, you guys could use some female power."
Duke lächelte sie an und sah dann zu Ollek. "Was denkst du?" "Es ist ja nicht so, dass wir mit dir nicht schon genug Weiblichkeit hätten aber; meinetwegen."
"Super!", freute sich Jan und sah dann wieder zu ihr. "We'd be glad if you'd come with us."

***

"Has either one of you a driver's license?" "No!", antwortete Duke und sah zu Ollek, der ebenfalls den Kopf schüttelte. "But I played Need for Speed. How far away from that can real driving be?" Duke stieg auf die Fahrerseite des Autos. Auch wenn er sich absolut nicht sicher war, ob das eine gute Idee wäre, müsste er das Heft in die Hand nehmen. Schließlich ging es hier um seine Sexfreundin. Er war umso froher, so tolle Begleiter für den anstrengenden Weg nach Vegas zu haben. *Es wird alles gut werden!*, sprach er in Gedanken zu sich selbst, während Ollek auf dem Rücksitz Platz nahm und Victoria neben ihm in den Chevrolet stieg.

Dukexx
25.05.2011, 05:12
Duke driftete gerade gekonnt um eine steile Kurve, als Olgas Handy klingelte. Duke hielt an, um ihn nicht mit den saftigen Motorenklängen zu stören.
"Ollek Bollek hier! - Wie bitte? - Duke... das ist für dich!", sagte er langsam und unsicher und hielt Jan das Telefon hin. Dieser sah ihn verwirrt an und nahm das Telefon an sich, führte es an sein Ohr.

"Hallo?"

"Hallo, Duke!", sagte eine offensichtlich künstlich verzerrte Stimme. "Scheiße gelaufen, was?"

"Wer ist da?", fragte Duke mit einer Mischung aus Neugier und Angst. "Snake, soll das witzig sein?"

"Hier ist nicht dein Freund Snake! Aber hättest du mal besser aufgepasst, würden deine Freunde noch bei dir sein!"

"Das ist nicht witzig, Ed. Was willst du?"

"Hör mir zu! Ich will, dass du so schnell wie möglich ins Bellagio kommst. Apartment 213 ist bereits für dich reserviert. Ich würde dir raten, deine Freunde mitzunehmen - alle dreizehn!"

"Dreizehn? Du meinst die anderen 12 und mich?"

"Ich meine 13. Oder zählst du deine neue... Freundin nicht dazu?"

Duke sah Victoria an, die ihn neugierig musterte, weil sie kein Wort verstand. "Was hat sie damit zu tun?"

"Sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich werde dich noch dreimal anrufen. Wenn du beim letzten Anruf nicht in Zimmer 213 bist oder einen der Anrufe nicht beantwortest, wird auch Jessica dieses Zimmer nicht lebend verlassen." Eine kurze Pause trat ein, dann hörte man ein leises Knacken in der Leitung und Jessicas Stimme ertönte: "Jan, bitte hilf mir!"

"Du Schwein, lass sie gehen oder ich bring dich um!"

Am anderen Ende der Leitung ertönte noch ein dunkles Lachen, bevor die Gegenseite den Anruf beendete.

"Fuck!", schrie Duke und schlug mit beiden Fäusten auf das Lenkrad, seine Knöchel schmerzten davon. "Olga... wie lang hält dein Akku?"
"Ich weiß nicht. Jeder Strich steht für zehn Stunden!" Duke sah auf das Display, es stellte noch zwei von vier Strichen dunkel dar. "Wir haben 20 Stunden, um die anderen zu finden und von hier nach Vegas zu kommen."

Victoria legte ihre Hand auf seine Schulter. "Don't worry. We'll find Jessica and everything will be alright. Trust me!" Duke hätte ihr nur zu gerne geglaubt,doch seine Hoffnungen schwanden.
"Even if we'd find the other guys who were on the plane - how could we possibly get MouF from Mexico to Vegas?" "There is always a possibility!", sagte Victoria beruhigend und Olga nickte. "Ja, man. Wir schaffen das. Wir haben schon ganz andere Dinge getan!"

- F O R T S E T Z U N G F O L G T -

Dukexx
25.05.2011, 13:06
Mit Höchstgeschwindigkeit raste Duke den Highway entlang. Er hatte den anderen aufgetragen, während der Fahrt auf Fußgänger zu achten, die möglicherweise Failer wären - bislang war die Suche aber erfolglos. "Irgendwo müssen die doch sein!", meckerte Jan nervös, während er das Lenkrad fest in der Hand hielt. Er war so mit Adrenalin vollgepumpt, dass die Tatsache, dass er eigentlich kein Auto fahren konnte, nicht mehr von Bedeutung war.

***

"Duke, watch out - over there!", schrie Victoria mit einem Mal, was Duke aus seiner Lethargie erlöste. Er sah mit eifrigem Blick nach vorne durch die Windschutzscheibe und hielt sich die Hand vor die eigenen Augen, als das Flugzeug mit einem lauten Knall nur wenige hundert Meter auf dem Highway zerschellte und in Flammen aufging.
Reflexartig trat Duke auf die Bremse, versuchte den Wagen mit allen Kräften gerade zu halten und blieb schließlich gerade stehen. "Let's go!", rief er nur und stieg aus dem Fahrzeug aus, rannte in Richtung des brennenden Trümmerhaufens.

***

Ollek und Victoria hatten ihn eingeholt, während Duke in nächster Nähe zum heißen Metall des Flugzeugs stand. Einige Meter rechts von ihnen brannte eine sich noch immer drehende Turbine. "Is anybody in there? Hello? Can you hear me?", rief Duke und hoffte auf ein Lebenszeichen eines der Insassen, doch er nahm keine Reaktion wahr.

***

"Lass uns gehen, Duke!", sagte Ollek ruhig und zog Duke, der immernoch auf die Trümmer der Maschine sah, an dessen Schulter zurück. "Wir haben keine Zeit!"
"Du hast... Recht. Wir müssen los!", sagte Duke in seiner Gedankenwelt eingeschlossen. "Ruf bitte 911 von deinem Handy an, damit sich jemand hierum kümmert."

***

Victoria und Ollek, der soeben den Notruf alamiert hatte, waren bereits in den Wagen gestiegen. Duke öffnete gerade die Fahrertür, als er Schreie wahrnahm.
"Nein, scheiße! Ahh, so ein Knechtbaum!!!" Er drehte sich um und sah einen kleinwüchsigen Gnom in einem Fallschirm hängen, der sich in der Krone eines der wenigen Bäume verfangen hatte, die neben der Schnellstraße aufgereiht standen. "MoF?", rief Duke erstaunt, verwirrt aber glücklich. "Grüß dich, Duke! Hilfst du mir mal bitte?
Ich häng' hier fest!" "Ja, ich seh's! Warte einen Moment!"

***

Nachdem Ollek und Victoria ihm dabei halfen, Michi aus dem Baum zu befreien, führte Duke ihn zum Auto. "Alter, was machst du hier?"
"Ich wollt' doch nach Mexiko - in's Trainingslager vom FC Bayern. Naja, der Flieger ist in New York zwischengelandet, um einige Urlauber abzuholen.
Dann flogen wir weiter und... ich bin eingeschlafen. Als ich aufwachte, haben alle geschrien und ich sah Flammen von draußen. Da hab ich diesem knilchigen 1860-Fan einfach den Rucksack geklaut und bin gesprungen!"

***

"Ich bin immer noch in New York?", fragte Michi, der neben Olga Platz genommen hatte, sichtlich überrascht. "Der Staat, nicht die City!" "Es gibt 'nen Staat, der so heißt?"

***

Duke konzentrierte sich auf das Fahren, was schwieriger wurde, da er zur gleichen Zeit mit MouF redete. "20 Stunden sind ja nicht gerade viel!"
"Das wissen wir auch - aber was sollen wir tun. Wir können nur hoffen, dass es die anderen irgendwie nach Vegas treibt."
Plötzlich bremste Duke abrupt ab, da vor ihm auf der Straße ein Elch lief. Dabei glitt MoF ruckartig die Tasche aus der Hand, die er schon die ganze Zeit bei sich trug;
sie landete zwischen Victoria und Duke auf der Kupplung. "Ah, fuck!", fluchte Duke. "Beschissene Elche! Sind wir hier in Kanada oder was?" Er hob die Tasche an.
"Was ist darin?" MoF zuckte mit den Schultern. "Nur ein paar Feuerwerkskörper. Die wollte ich eigentlich beim Testspiel hochgehen lassen. Ziemlich souveräne Sache -
da kann man selbst einstellen, was die Raketen in die Luft schreiben sollen... ich dachte an etwas wie Tod und Hass dem 1.FC Mexiko!"
Duke stöhnte genervt auf, legte sich die Tasche auf den Schoß und fuhr weiter. Vom Elch war keine Spur mehr zu sehen.

***

"Alter - warum bin ich da nicht gleich drauf gekommen?", rief Duke und bremste wieder plötzlich ab. "Was ist denn?", fragten Michi und Olga im Chor.
"Kommt mit!", sagte Duke und stieg aus dem Auto, nahm die Tasche mit sich, legte sie draußen auf den Boden und öffnete sie am Reisverschluss, während Victoria und seine beiden Freunde sich um ihn versammelten. "Was hast du vor?", fragte Michi, bevor Ollek anfing, zu lachen. "Geile Idee, Duhk!"

Jan nahm den riesigen Feuerwerkskörper aus der Tasche und hob ihn an, sah die EIngabetastatur und das leere Display. Er tippte auf der Tastatur.

Alle Failer auf schnellstem Weg nach Vegas. Es geht um Leben und Tod!

"Hat jemand ein Feuerzeug oder so?" Michi und Ollek schüttelten den Kopf, Victoria sah ihn ratlos an. "Do you have a lighter?"
"No, but there's propably one in the car!" "Yeah!", bestätigte er. "Olga, schalt' mal den Zigarettenanzünder an und bring ihn dann hierher."
Olga tat, was er sagte und kam eine knappe Minute später vom Auto zu Jan und dem Feuerwerkskörper. "Hier, Duke!" Dieser hielt die Rakete mit einem ausgestreckten Arm in die Luft und nahm mit der anderen Hand den Anzünder, führte ihn an die Zündschnür der Rakete. "Schützt eure Augen!", befahl er, als die Schnur anfing, Funken zu sprühen.

***

Dukes Arm schmerzte von der heißen Glut des Feuerwerkskörpers. Er sah blinzelnd nach oben, wo die Rakete die Worte Alle Failer auf schnellstem Weg nach Vegas. Es geht um Leben und Tod! unter die dichte Wolkendecke schrieb.

Dukexx
26.05.2011, 16:11
Duke raste wieder über den Highway, während Victoria, Michi und Ollek eingeschlafen waren. Auch seine Augenlider wurden immer schwerer und er konnte sich nur schwerfällig auf den Straßenverlauf konzentrieren, doch an eine Rast war nicht zu denken - dafür war der Zeitplan zu straff. Sie hatten mir ihrem Wagen gerade Indiana verlassen und fuhren nun durch Illinois. *Zum Glück bist du so ein großer USA-Fan*, dachte Jan. *Sonst wüsstest du niemals, wo du in etwa langzufahren hast!*
Er griff nach hinten zwischen Mouf und Olga, dessen Handy er griff und sah kurz auf das Display. Der zweite schwarze Strich hatte bereits angefangen, bedrohlich zu flimmern. Offensichtlich waren die ersten zehn Stunden beinahe um und sie hatten nicht mal die Hälfte der Strecke hinter sich. *Wie soll das nur gut gehen?*

***

Duke fuhr und fuhr, sah immer wieder auf das Handy. Nach einer Weile löste sich der zweite Strich komplett auf. Lethargisch fuhr Duke den - glücklicherweise - geraden Highway entlang, ohne große Schikanen erwarten zu müssen. Kurz nach dem Grenzübergang von Illinois nach Missouri vibrierte das Handy, welches Duke aus Rücksicht auf seine Begleiter lautlos hatte werden lassen. Er nahm den Anruf an und führte es wieder an sein Ohr.

"Hallo?"

"Na, macht dir die Reise Spaß?"

"Ich weiß, wer ab jetzt viel Spaß haben sollte, da er nicht mehr lange zu leben hat!", konterte Duke provokant.

"Du weißt nicht, mit wem du dich anlegst!", sagte die dunkle Stimme am anderen Ende der Leitung.

"Wir sind auf dem besten Weg nach Vegas und werden dich kriegen, du Ficker!"

"Ich bin gespannt! Nun - dies ist der erste der drei Anrufe. Die Zeit wird knapp, mein Freund! Viel Spaß auf eurer Reise!"

Bevor Jan etwas sagen konnte, war die Leitung schon unterbrochen. Er legte das Handy verärgert neben die Kupplung. "Ich krieg dich noch, du Penner!"

***

Es war wieder hell geworden, Victoria war bereits wach geworden. In einiger Entfernung sah Duke eine Straßensperre. "Fuck!", rief Duke laut, was auch Michael und Olga aus dem Schlaf riss. Beide stöhnten übermüdet. Jan fuhr bis zur Sperre, wo ein Beamter ihn mit einem Handzeichen stoppte. Er kurbelte das Wagenfenster herunter. "Sorry, you can't drive further on this highway. There's a detour a few miles away from here!", sagte der Ordner und wollte sich wieder abwenden. "No, I'm in hurry. I really have to take this way!" "I'm sorry to disappoint you, Sir - but this is impossible. This is a testing area for a new prototype of a highspeed family vehicle. We have to care about your safety." "Listen, I feel safe. So, just let me through!"

***

Der Beamte hatte sich ohne weitere Worte abgewandt und ging wieder hinter die Absperrung. Duke sah in die Runde. Ollek und Victoria nickten, da sie verstanden.
"We have to get the highspeed-thing, right?", fragte sie. "Yeah!", nickte Jan. "I'll drive through that barricade and try to get close to the vehicle. When we're there, you all have to quickly jump out of this car and hit that supermobile, okay?" Alle nickten gemeinschaftlich. "Let's do it!", verkündete Duke.

***

Er trat mit soviel Druck, wie er aufbringen konnte, auf das Gaspedal und sah die Straßensperre nur am Stoßdämpfer und an der Windschutzscheibe abprallen, in die es kleine und größere Risse schlug. Der Beamte drehte sich, vom Motoren- und Unfalllärm erschrocken, um und sprang zur Seite. Auch die zahlreichen Techniker sahen nur ungläubig dabei zu, wie die vier Freunde im Chevrolet an ihnen vorbeirasten. Zum ersten Mal erblickte Jan jetzt das Schnellmobil, welches wie ein gewöhnlicher Supersportwagen aussah - nur dünner und schnittiger. Kurz davor trat Duke mit aller Kraft auf das Gaspedal. Der Wagen kam nach einem vergleichsweise kurzen Bremsweg ruckartig zum Stehen und alle vier sprangen, die Türen aufstoßend, aus ihm heraus. Duke fiel und landete wie MouF auf seinem Knie. Es schmerzte stark, doch er verdrängte dies und rannte einfach zur Fahrertür des Superautomobils, dessen Tür er aufriss. Der Testfahrer sah ihn nur ängstlich an. "Sorry, dude!", rief Duke, mit Adrenalin vollgepumpt, und riss den sportlichen Mann in GTA-Manier aus dem Wagen. Er sah, wie auch Victoria und Ollek in den Wagen stiegen, MoF humpelte hinterher,
schaffte es aber gerade noch rechtzeitig, die Tür zu schließen, bevor einer der Ordnungshüter ihn an seinem Bein greifen konnte. Aufgeregt sah Duke auf die Hightech-Konsole des Überwagens und fand einen roten Knopf, der mit der eindeutigen Aufschrift START versehen war. Er griff das Lenkrad und zögerte nicht lange -
schmerzhaft schlug und drückte es ihn in den glücklicherweise gepolsterten Fahrersitz, als das Übervehikel sich bewegte.

Dukexx
27.05.2011, 14:22
"Mach' mal langsamer!", krächzte Olga offenbar schmerzhaft, was Duke nicht wunderte, da er wusste, dass der gewaltige Druck der Geschwindigkeit auf den gesamten Körper schlug.
"Ich... weiß... nicht... wie!", presste er erwidernd heraus, drückte die Hand nach vorne und legte sie auf den Startknopf. Das harte Summen wurde nach und nach leiser und der Wagen langsamer - der gewaltige Druck auf Jans Brust löste sich langsam, während das Vehikel ruckelnd ausrollte. Er atmete tief ein und aus. "Is everything okay?", fragte er seine Beifahrer.
Victoria nickte schluckend, während sich MouF hinten übergab. "Nichts gewöhnt, der Junge!", grinste Ollek, worauf Duke lachend antwortete: "Bei dem ruckelt's ja auch nicht so oft!"
Michi richtete sich wieder auf. "Jetzad geht's mir besser."

***

Die vier Freunde standen außerhalb des Supermobils und musterten es von allen Seiten.. "Verdammt! Drinnen ist kein Gasbremskupplungsgedöhnspedal und ich hab' keine Ahnung, wie man das Teil sonst bedient. Auf Dauer halten wir den Druck nicht aus", meckerte Duke und sah hilflos zu Olga. "Frag' mich nicht!", antwortete Olga. "Aber wir haben immerhin ein gutes Stück geschafft." "Ja, das denke ich auch. Wenn ich es richtig gesehen habe, dürften wir schon ziemlich tief in Kansas sein und bald Colorado erreichen!" Michael zuckte zusammen und sah immer noch etwas bleich aus. "Gibt's da Gummibärchen und Lakritze?" Duke stöhnte genervt. "Das nicht - aber vielleicht finden wir irgendeine Möglichkeit, Olleks Handy aufzuladen. Das bringt uns vielleicht ein bisschen mehr Zeit ein. Wir machen jetzt noch 15 Minuten Pause und fahren dann weiter. Wenn wir in Utah sind schauen wir uns nochmal um." Er sah in die Runde. "You're supposed to tell me, if anything is wrong with one of you!"

***

Duke stieg aus dem Rennmobil und deutete auf es. "Wir gehen zu Fuß weiter und suchen abseits vom Highway nach Zivilisation." Schmerzend hielt er sich die Hand auf den Bauch. "Victoria - don't ever try to get children! This is what it must be like."

***

Ollek, Victoria und Jan gingen schnellen Schrittes über die Schnellstraße und blickten gelegentlich nach hinten zum humpelnden MoF. "Mach schon, Michi! So viel Zeit haben wir auch nicht.
Da hinten ist eine Abfahrt, lasst uns mal schauen!" Gerade als die Freunde die Abfahrt vom Highway erreichten, fuhr eine gewaltige Limousine an ihnen vorbei und hielt einige Meter vor ihnen.
"Was wird das denn jetzt?", klagte Duke noch, als sich plötzlich die Tür vom hinteren Abteil öffnete und Panther ausstieg. "Kimberly?", rief Duke überrascht und der muskulöse Kopf bewegte sich nickend. "Hi, Duke. Wollt ihr etwa nach Vegas laufen?" "Oh man, Kim - ich liebe dich!", rief Duke und rannte zu seinem Freund. Victoria sah Ollek an. "Ick libbe dick means I love you, doesnt it?" Olga nickte. "Yeah. But don't worry. It's just a phrase!" "Okay, thanks!", erwiderte sie sichtlich erleichtert, während die beiden schließlich auch zur Limo gelangten.

***

Auch MoF hatte es geschafft, zum Luxuskreuzer zu kriechen und setzte sich auf eine der - mit rotem Leder ausgestatteten - Bänke. Gerade als der pantersche Chauffeur losfuhr, vibrierte Olleks Handy erneut. Duke beantwortete den Anruf, nachdem er sah, wie auch der letzte Akkustrich nach und nach verblasste.

"Da habt ihr schon so ein Glück - und das Schwierigste steht euch trotzdem noch bevor."

"Ich hab's kapiert!", sagte Jan emotionslos, da er sich aktuell nicht wirklich aufregen konnte. "Der zweite Anruf."

"Richtig! Ich würde mich beeilen. Wenn ihr es nicht rechtzeitig schafft, ist die Reise für Jessica wohl zu Ende."

"Vertrau ih...", schrie die wohlig bekannte Stimme von Dukes Sexfreundin noch, bevor der Anruf jäh beendet wurde.

"Was?", rief Duke verzweifelt durch den Hörer, ohne eine Antwort zu erwarten, legte das Handy schließlich bei Seite. "Der Akku ist bald leer!", verkündete er.
Panther grinste. "Für sowas ist doch vorgesorgt!", sagte er, nahm eine Aktentasche aus einer Schublade, welche sich unter der Sitzbank befand, öffnete sie.
Drölfhundert verschiedenste Ladekabel lagen darin und auf der anderen Seite waren unter der Sitzbank einige Steckdosen in die robuste Chromabdeckung eingelassen.
"Du bist ein Engel, Kim!" "Engel?", hakte Victoria wieder an Ollek gewandt nach. "Don't mind it - just a phrase!"

Dukexx
28.05.2011, 14:26
"Nimm die Abzweigung Richtung Süden, Jeremy! Dann ersparen wir uns den weiten Weg durch die Wüste, wenn wir in Nevada sind!", befahl Panther dem Fahrer noch, kurz bevor sie den Wüstenstaat erreichten. "Wir sind bald da, Duke!"

***

Nach einer ereignislosen Fahrt durch die Wüste, die ihm länger vorkam, als sie eigentlich war, erblickte Duke endlich das erlösende Welcome to Fabulous Las Vegas-Schild, auf das er schon seit so vielen Stunden gewartet hatte. Ein Blick auf Olleks Handy verriet ihm zugleich, dass der Akku sich immer mehr auffrischte. "Weiß der Chauffeur, wo er zum Bellagio lang muss, Kim?", fragte er unsicher. "Nein. Das CIA hat ja keine Navigationssysteme oder so!", entgegnete dieser arrogant.

***

Die Limousine fuhr in die riesige und pompöse Einfahrt des Luxushotels und Duke traute seinen Augen kaum. "Das sieht noch viel krasser aus, als auf den Fotos!", sprach Olga ihm aus der Seele. "Ja, einfach fantastisch!", schwärmte Michael und sah dabei auf die Brüste von Victoria, was sie aber nicht bemerkte. Der Wagen hielt unmittelbar vor dem Haupteingang an und Jeremy sah nach hinten. "Viel Spaß, Jungs und Mädels!" "Danke!", antwortete Jan lächelnd und stieg hinter seiner Partybekanntschaft aus.

***

Um keine Zeit zu verlieren, rannte er direkt zum Tresen in der gewaltigen Eingangshalle des Hotels, woraufhin ihn die zahlreichen Sicherheitsleute interessiert musterten, jedoch noch nicht eingriffen. Etwas außer Atem gelangte er schließlich zur jungen Rezeptionistin. "Welcome to MGM Resorts International. How can I help you, Sir?", sagte diese leicht hochnäsig und sah ihn von oben herab an. "I've booked a room. It's no. 213!" "Let me see, Sir...", sagte sie langsam und sah mit einem Auge auf ihre Unterlagen, während sie mit dem anderen noch immer den - nach der langen Reise offensichtlich heruntergekommen aussehenden - Delmenhorster musterte. "What's your name?" "My name is Jan Diana Dukehans!", erwiderte er und reichte ihr seine Papiere, die sie mit eindringlichen Blicken bedachte. Duke hoffte nur, dass der Entführer unter seinem Namen gebucht hatte. Mit einem Mal hellte sich die Miene der Rezeptionistin auf und auch ihre Stimme klang freundlich. "Oh - as I see; you paid in advance." "Yeah, I did!", entgegnete Duke ihr und versuchte, dabei möglichst selbstverständlich zu klingen. "You know - business is going well!", lachte er. Black Panther trat ihm gegen sein Schienbein und gab ihm damit zu verstehen, dass er es übertreibe. "So, Sir. Here are your keys!", sagte sie und reichte ihm den Schlüssel über den Tresen hinweg. "Let me know if you need anything! We are pleased to have you here! Is there any luggage that we should take to your room?" "No, thanks, that's not necessary. I'll tell you, if there's an unfulfilled wish. Oh - one thing. I'm waiting for some... business partners. Please give everyone asking for my name my exact location!" "Sure, Sir!", nickte die Tresenfrau eifrig. "I'll do that." "Thank you very much!", lächelte Duke. "Kim?", fragte er und sah seinen Freund an. "Was denn?" "Gib ihr Trinkgeld, du Hoden!" "Achso, klar!", sagte er und kramte einen großen Schein aus seiner Tasche, den er der Rezeptionistin diskret reichte. "Thank you, Sir!" "You're Welcome!"

***

Mit dem Fahrstuhl erreichten die fünf Freunde schließlich den siebten Stock, stiegen aus und schritten langsam den Gang entlang. "Warte kurz!", sagte Duke zu Panther, der daraufhin anhielt.

"Was ist denn?" "Kannst du dafür sorgen, dass die anderen es irgendwie hierherschaffen - so schnell wie möglich?" "Ich werde meine Leute auf sie ansetzen, garantiere aber für Nichts. Wir haben im Moment viel in Pakistan zu tun." "Pakistan? Bin Laden ist doch tot!" "Ja, schon... aber - wir suchen nach Öl... äh, ich... meine... nach... Öltzimir bin Vorwand - ziemlich gefährlicher Kerl!" "Ach, okay. Na dann; viel Glück!", sagte Duke nur mäßig interessiert, während er die Tür zu Zimmer 213 erreichte und den Schlüssel einsteckte. Just in diesem Augenblick vibrierte das Telefon.

Dukexx
29.05.2011, 13:23
"Der dritte Anruf, häh? Was willst du?"

"Dritter Anruf? Ich - äh... Ollek?", sagte Zurbinjos Stimme am anderen Ende der Leitung

"Zurbo, bist du das?"

"Jan?"

"Ja, Ollek ist bei mir - wir sind im Bellagio!"

"Ich habe das Feuerwerk gesehen - ich bin in Vegas. Soll ich zu euch kommen?"

"Ja, wir sind in Zimmer 213."

"Wer ist noch bei dir?"

"Michi und Panther sind da - und Victoria. Die hab ich auf 'ner Party kennengelernt."

"Ach, die hast du also auf 'ner Party kennengelernt?", fragte Zurbinjo zickig nach.

"Ja!", antwortete Duke kurz angebunden. "Da war Olga auch. Bist du alleine?"

"Nein. Lexa ist auch bei mir. Wir haben uns schon kurz nach dem Fallschirmsprung getroffen!", erwiderte er und hatte sich dabei scheinbar wieder etwas beruhigt. "Apropos - woher wusstest du, was passiert?"

"Das erzähl' ich dir später. Komm jetzt schnell hierher!"

***

"Wow, this is amazing!", staunte Victoria, als sie das Zimmer betrachtete, welches sich als riesengroße Luxussuite entpuppte. "Da meint es jemand gut mit dir, Duke!", grinste Ollek über meine Backen, während MoF jammerte: "Mein Kniiiie, mein Kniieeee... auuu!" "Wär' es doch nur so, Olga!" Duke sah sich genauestens um. Er ging ins exzellent ausgestattete Bad und taste die Marmorwände ab, sah den Jacuzzi, auf den er sich in einer ruhigen Minute schon freute.

***

"Hey, Lexa! Hi, Zurbo!", sagte Jan glücklich, als er seinen Freunden die Tür öffnete. "Wir haben Zeddy unten in der Halle getroffen - er kommt auch bald hoch!"
"Super!", entgegnete Jan seinem Schatz, in der Hoffnung, dass die anderen es auch noch schaffen würden, hierherzufinden. "Kommt rein!" Der Mindjerährige und der Taiwanese taten dies
und begrüßten schließlich die anderen. Nur kurze Zeit später stieß Zeddy dazu.

***

"Seid mal bitte ruhig und schaltet den Fernseher aus!", befahl Duke, als das Mobiltelefon in seiner Hose wieder zu Vibrieren anfing. "Ja?", sagte er, nachdem er den Anruf annahm und auf Lautsprecher geschaltet hatte.

"Dies ist Anruf drei."

"Gut mitgezählt, du Penner!"

Die Stimme lachte böse, nur um dann humorlos zu verstummen. "Du bist im Bellagio und hast eine beachtliche Zahl an Freunden wiedergetroffen."

"Die anderen werden auch noch kommen."

"Bis morgen sollten sie das. Um 16 Uhr erwarte ich euch dann an einem Lagerhaus, dessen Koordinaten ich dir gleich auf das Handy schicken werde. Sind nicht alle deine Freunde da, wird es unmöglich sein, Jessica zu befreien. Sollten die Polizei oder Black Panthers Freunde vom Geheimdienst anwesend sein, wirst du sie nicht mal mehr erkennen können."

Dukexx
13.08.2011, 18:49
"Leute, kapiert ihr den Ernst der Lage nicht?" Duke war aufgebracht. Zurbinjo tat sich offensichtlich weiterhin schwer seine Enttäuschung ihm gegenüber zu verbergen. "Doch! Wir kapieren den Ernst der Lage genauso sehr wie du und hättest du uns früher eingeweiht, wären wir nicht so unvorbereitet auf alles." Duke lachte fast etwas gemein. "Ich hatte euch doch gar nicht eingeplant. Es ging nur um Jessica und mich. Es ging nur darum sie zu finden." "Offensichtlich müssen wir aber dabei sein, um sie zu retten." "Genau deswegen will ich nicht, dass ihr feiern geht, sondern euch früh ins Bett legt, damit ihr morgen rechtzeitig fit seit." "Seid schreibt man mit 'd' !", warf Zetthard ein.

***

Duke hatte sie nicht davon abhalten können, das Hotel zu verlassen und durch die Stadt der Sünde zu ziehen, um der Partylust zu fröhnen. So saß er schließlich alleine mit Victoria auf der imposanten Couch vor dem Flachbildfernseher, dessen Bild größer war, als das von sämtlichen TV-Geräten, die er jemals besaß, zusammengerechnet. Sie sah ihn fürsorglich an. "Don't worry. Those guys are your friends. They'll be back at the right time!"

***

Panthers Limousine hatte auf dem riesigen, verlassenen Gelände gehalten, bevor nach und nach Duke und einige seiner engsten Freunde hinausstiegen.
Zu seiner Überraschung warteten die restlichen Failer bereits vor der Lagerhalle auf ihn. Alle - bis auf Ronny.

"Was war los?" "Ronny hat sich schwer betrunken. Naja, wir alle haben uns schwer betrunken. Schließlich haben wir ihn aber verloren", antwortete Kiros.
"Bleib ruhig!", beschwichtigte Duke der Pakistani, bevor er sich aufregen konnte. "Wir schaffen das schon irgendwie." Jan glaubte ihm.

DIE DRÖLF KAMMERN DES SCHRECKENS !!! war in Großbuchstaben auf einem Blatt Papier zu lesen, welches an das gewaltige Eingangstor des Lagerhauses geheftet wurde. Darunter war in deutlich kleinerer Schrift ein ausführlicher Text zu lesen. Duke beugte sich vor, um ihn zu lesen.

"Die drölf Kammern des Schreckens!", begann er.

"Du hast es bis hierher geschafft, doch soll das Abenteuer nun erst richtig beginnen! Vor dir wurde ein hochkomplexer Hindernisparcour errichtet,
den es zu bewältigen gilt, um die zu finden, nach der du suchst. Folgende Regeln sind dabei zu beachten:"

Er stoppte kurz und schluckte den- durch die Aufregung entstandenen - überschüssigen Speichel, bevor er fortfuhr.

"Erstens: Die Rätsel und Aufgaben müssen den jeweiligen Anweisungen entsprechend bewältigt / gelöst werden. Kameras dienen zur Überwachung,
um im Falle eines Regelbruchs sämtliche Türen zu verriegeln und ein stilles Grab für sämtliche Insassen zu schaffen.

Zweitens: Die Aufgaben sind immer nur von einer bestimmten Person auszuführen. (Ausnahmefälle werden separat erwähnt) Ein- und dieselbe Person darf nur eine Aufgabe lösen und danach lediglich als Begleitung und passiver Motivator fungieren. ACHTUNG: Überlegt gut, welcher von euch Jüngern für welche Aufgabe verantwortlich ist.

Siebzehn Räume stehen euch bevor, bis das Ziel erreicht ist. Viel Glück... ... ... NOT !!!"

MouF sah Duke eine Weile an, bevor er realisierte, dass die Nachricht vorbei war. "Ähm, wie jetzt? Siebzehn Räume? Ich bin Gymnasium udn weiß daher,
dass wir nur dreizehn Leute sind. Ohne den Dreizehnten sogar nur zwölf." "Was bist du für ein Idiot? Natürlich sind wir ohne den Dreizehnten nur zwölf! Und du willst Gymnasium sein? Das ist einfachste Zahlenlehre, du Huso...!", fauchte Ed, bis Detlef ihn beschwichtigte. "Ach, Ed. Hass tut deiner Seele nicht gut. MouF meint den 13ten. Ronny !" "Achso... trotzdem HuSo! Unendlicher Hass!"

"Also zwölf!", resümierte der Delmenhorster. "Mit Victoria dreizehn." "Wir müssen einfach schauen, was wir tun können. Also, auf geht's!"

Dukexx
19.08.2011, 21:33
"Aufgabe Nummer 1!", las Duke laut. "Die Schallmauer." Er sah in die Runde, erblickte fragende Gesichter. Anscheinend konnte niemand mehr damit anfangen, als er selbst. Um die Spannung nicht unnötig aufrecht zu erhalten, fuhr er fort: "In der Mitte dieses zwei Kilometer langen Raumes ist ein Geschwindigkeitsmessgerät. Die Aufgabe in diesem Raum ist schnell erklärt. Das Tachometer muss einen Wert erkennen, welcher über dem der Schallgeschwindigkeit (also etwa 1235 km/h) liegt.
Probeläufe sind nicht möglich. Es gibt nur einen Versuch."

Alle sahen sich an und schwiegen. Dennoch schien eine unfassbare Lautstärke zu herrschen, so fand Duke - die Köpfe der Failer ratterten. Zetthart war der erste, der das Schweigen brach. "MouF. Das Dings, was dir so gefällt. Hier. Äh. Fußball ! Wie schnell kann man so einen Ball schießen?" "Nicht schnell genug. Der offizielle Weltrekord liegt bei 212 km/h, aufgestellt vom aktuellen Hertha BSC Berlin-Spieler Ronny Heberson Furtado de Araújo." "Ronny? Ist das ein Zeichen?" "Und wenn schon. Ronny ist nicht da!"

Binnen Sekunden entwickelte sich eine hitzige Debatte um die beste Möglichkeit, eine derart hohe Geschwindigkeit zu erreichen.

"Teilchen im Computer? Die bewegen sich doch scheiße schnell oder?" Detlef kicherte stumm. "Die würde das Gerät nicht messen." "Und könntet ihr es so beeinflussen, dass es höhere Geschwindigkeiten erkennt, als eigentlich vorhanden sind?" "Nein, wir haben nicht die nötige Software!" "Scheiße, verfickte!" "Scheiße?" "Scheiße!" "Mit welcher Geschwindigkeit geht man scheißen?" "Ne, das ist quatsch." "'N Flugzeug kriegen wir hier auch nicht rein." "Stimmt." "Was ist mit dem Supermobil, mit dem wir durch Nevada gefahren sind?" "Zu weit weg. Außerdem auch nicht schnell genug." "Verdammt, was sollen wir tun?"

Duke sah enttäuscht auf die Tür am anderen Ende des Ganges. "Ganz schön langer Raum. Sieht von Außen gar nicht so aus." "Ja, stimmt!", erwiderte Kiros und Duke sprang auf. "Das isses! Krümmung im Raum. Hypercube. Wenn wir das ausnutzen, können wir die Geschwindigkeit vielleicht..." "Duke!", erwiderten einige seiner Freunde im Chor. "Vergiss es!" Er seufzte. "Ich will es nur irgendwie schaffen. Dieser Entführer ist echt ein blöder..."

***

"HURENSOHN !!! VERFICKTER BASTARD !!! BEHINDERTER HUREN... - OH, hi!", dröhnte es von der Eingangstür des ersten Raumes, durch die noch sanftes Licht von draußen schimmerte und die dastehende Figur sonnig umrahmte. Snake war es, der den Kopf verschämt zu Boden richtete. "AXEL!!!", schrie Duke. "Was machst du denn hier?" "Ja, was machst du hier?", stieg Snake mit ein. "Du warst doch vor 'ner halben Stunde noch zu Hause."

Spikelooool grinste. "Ja, ey. So ein HURENSOHN hat mich aufgeregt, Alter. Viruskacke. BASTARD !!! Ich hab' das Spiel schon durchgespielt, deswegen hab' ich 'nen Cheat für schnellere Autos. Voll geil, oloool." "Wie schnell, Axel?", fragte Duke hoffnungsvoll. "Äh, hier. 2.000 km/h. Also mit dem einen und so. Aber die HURENSOHN-Bestzeit knack' ich nicht. Verfickter Bastard, behinderter Hurensohn."

***

Die Tür auf der anderen Seite des Raumes sprang mit einem lauten mechanischen Knacksen auf, welches durch das Echo in der Halle verstärkt wurde. Wo Axel hinfuhr nahm Jan vor lauter Ekstase schon nicht mehr wahr. "Sehr geil!", riefen mindestens Barney und Ed, während Dukes Füße schon zum Sprint ansetzten, um so bald wie möglich die nächste Prüfung hinter sich zu bringen.

- F O R T S E T Z U N G F O L G T -

Dukexx
15.12.2011, 23:49
Während sie sich in Richtung der silbernen Tafel bewegten, die sie wohl auf die kommende Aufgabe vorbereiten würde, dachte Duke laut nach.
"Wie kann es sein, dass Axel auch dazugehört? Ist am Ende jeder Mensch, der ein Fail gedreht hat dazu berechtigt, an einer dieser Aufgaben teilzunehmen?"
Alle seine Freunde zuckten entweder mit den Schultern oder verloren sich selbst in Gedanken, die nie zu einer möglichen Antwort führten. Und dann las Jan auch schon wieder:

"Aufgabe Nummer 2: Die Opfergabe!" Niemand sagte etwas, doch die ohnehin angespannte Stimmung unter den Failern schien sich nur weiter aufzuhitzen, als er das letzte Wort verlas.
"In der Mitte des folgenden Raumes findet sich nichts außer einer Plattform, die nur wenige Zentimeter über der Erde angebracht ist und mit High-Tech-Sensoren ausgestattet ist. Findet die Jungfrau unter euch und stellt sie auf die Plattform, um das Tor zur dritten Aufgabe zu öffnen. Sollte die falsche Person auf dem Podest stehen, werden alle Türen sich schließen und lediglich ein tödliches Nervengas wird die Stelle markieren, an der ihr um euer Leben kommt."

Mit einem "Alter!" war Lexa der erste, der das Schweigen brach. "Was meinst du? Das Nervengas?" "Nein, ich meine; Alter. Die Jungfrau? Als gäbe es nur eine Jungfrau unter uns."
Duke sah sich um und so tat es auch jeder andere in der Runde, bis auf Zeddy. Als dessen Blick den Duk'schen traf, sagte der Langarmige: "Ich bin's. Ich bin die Jungfrau."
"Ach, halt die Fresse, Gerd!", waren sich fast alle einig. "Du hast es eigentlich hart drauf, gerade mit den Frauen. Wissen wir alle", fügte Duke schließlich hinzu.

"Lasst uns mal Stück für Stück und bedacht an die Sache gehen!", schlug Zurbinjo zur Zufriedenheit aller anderen vor, die mit einem kurzen "Ja!" darauf eingingen. Nach und nach brachte schließlich jeder seine Beispiele, Theorien und Argumentationen in die Runde.

Kiros: "Ed und Duke fallen schonmal raus!"

Detlef: "Zu 90 Prozent!"

Michi: "Zu 102 Prozent!"

Barney: "Was ist mit Michi?"

Duke: "Kommt drauf an... zählt Mindfuck?"

Gerhard: "Ich bin die Jungfrau!"

Duke: "Wollen wir erstmal streichen, wer rausfällt?"

Ed: "Hurensöhne, seid ehrlich!"

Duke: "Du bist der Hurensohn. Und wir fallen raus."

Detlef: "Schmeißen wir die coolen Leute auch raus."

Zurbo: "Barney, Ollek, Snake und Panther raus?"

Duke: "Und dich, Schatz!"

Zurbo: "Süß von dir!"

Lexa: "Ich bin nicht cool?"

Duke: "Doch - aber jung!"

Lexa: "Na und?"

Duke: "Zetthard!"

Zetthard: "Alter, ich bin die Jungfrau!"

Zurbo: "Halt die Fresse, Zeddy!"

Detlef: "Was ist mit Ronny?"

Snake: "Der ist ja eh nicht da!"

Spikelool: "BAUCHBOXER !!!!"

Alle: "Halt die Fresse, Axel!"

Duke: "Also, wo waren wir?"

Detlef: "Kiros hat 'ne Frau und Tripper."

Barney: "Hart, dass Zweiteres uns eher weiterhilft."

Victoria: "What are you guys talking about?"

Michi: "Die ist ja auch noch da!"

Duke: "Also?"

Detlef: "Michi, Zeddy, Lexa, ich!"

Duke: "Und was sagt ihr dazu?"

Michi: "Ich reiße sie alle auf !!"

Lexa: "Keine Jungfrau!"

Detlef: "Ich auch nicht!"

Zeddy: "Scheiße, ich bin die Jungfrau, Leute!"

Duke "Echt jetzt?"

Zeddy: "Klar!"

Duke: "Na gut, dann..."

Ollek: "NEIN!!!"

Duke: "Was ist los, Olle?"

Ollek: "Ich bin die Jungfrau!"


Alle lachten herzhaft. "Ja klar, Olga. Die geilste Sau von uns ist unberührt oder was?" Ollek trat einen Schritt nach vorne, sein Gesicht (schön) wurde von den Lichtquellen des Raumes ansatzweise eingefangen. "Ja, ich bin 'ne coole Sau. Ich hatte viele Verehrerinnen... und Verehrer!" Duke legte das Kinn auf seine vorsichtig geballten Fäuste und lauschte schmachtend den Worten, die dort aus dem Mund des heißen Rockstars kamen. Er hätte sich nun am liebsten die steifen Nippel gestreichelt, und als er nach links sah hätte er wetten können, dass es Victoria da ähnlich ging. "Es waren einfach zu viele!", führte der Zombieschreck weiter aus. "Zu viele?", fragte Mouf fast etwas ärgerlich, was Duke ihm gut nachempfinden konnte. "Ja, zu viele. Ich wusste... ich weiß bis heute nicht, welche... und... ich habe es komplett sein lassen."

"Na gut, Olle. Ab auf die Plattform!", sagte Zurbinjo mit einem Augenzwinkern und schubste ihn vorsichtig voran. Just in dem Moment, in dem er die Erhöhung bestieg setzte sich ein Mechanismus in Gang. Mit dem eigenen Leben abschließend sah Duke in Richtung der Lüftungsschächte und wartete nur auf das Einströmen des giftigen Nervengases, doch stattdessen schoben sich die Tore zu beiden Seiten des Raumes mit einem lauten, ekligen Knarren auf. "Jaaaaa!!!", jubelte Duke und rannte sofort los, wurde allerdings durch ein anderes lautes Geräusch vorerst gestoppt.

"HUNDESOHN !!!" Es war Ed, der schrie. Eine halbe Drehung um die eigene Achse verriet Duke außerdem, dass der Araber geradewegs auf Gerhard zugesprungen war und diesen zu Boden drückte. "DU SPINNST JA WOHL ! DU HAST UNSER ALLER LEBEN RISKIERT !!!" "Aber.... aber... aber..", versuchte der Pseudonerd sich hyperventilierend zu verteidigen. "Ich muss doch ein guter Nerd sein." Mehrere Failer und ein Taser direkt aus Kimberlys Geheimmanteltasche waren nötig, um Gerhard vom wütenden Bartmann zu befreien. "Es war 'ne Scheißaktion!", resümierte Duke. "Aber dafür auf die Fresse geben können wir ihm später."

- F O R T S E T Z U N G F O L G T -

Dukexx
17.12.2011, 01:50
Der nächste Raum war klein und in Relation zur Dunkelheit zuvor fast blendend hell. Dukes Magen hatte schon eine ganze Weile gegrummelt,
als der hungrige Held sich endlich zu Wort meldete: "An Essen hat keiner gedacht oder?" Ausgerechnet Lexa stöhnte genervt. "Fettsack!
Hattet ihr kein Frühstücksbuffet im Hotel?" "Doch!", antwortet Panther fix. Jan seufzte nur. "Jaah! Aber das war bestimmt schon eine Stunde her!"
Michi klopfte Duke auf seine Schulter und drückte ihm ein fettiges Schokocroissant in die Hand. "Hab ich vorhin beim Bäcker gezockt!", grinste er breit.
"Apropos - braucht noch jemand ein Fahrrad?" Der ungesättigte Delmenhorster schüttelte missbilligend den Kopf, gönnte sich jedoch trotzdem ein Bissen vom saftigen Backwerk,
bevor schließlich Gerhrad fauchend und niedergeschlagen darauf hinwies, was das eigentliche Ziel war. "Können wir jetzt bitte weitergehen? Ich verpass' noch mein Seminar!"
Detlef lachte grunzend. "Du brauchst doch gar kein Seminar, du Pappnase!" "Aber er hat Recht!" Zurbinjo trat einige Schritte nach vorne,
nahm das Heft - die folgende Aufgabe verlesend - in die Hand.

"Aufgabe Nummer 3: Das Passwort. Um in den nächsten Raum zu gelangen, müsst ihr lediglich das richtige Passwort auf dem elektronischen Ziffern- und Buchstabenfeld eingeben.
Jeder von euch darf sein Glück versuchen, doch beachtet: Die Maximalzahl aller Versuche beträgt 3.""Na geil! Drei Versuche für einen beliebigen Buchstaben- oder Zahlencode? Wie fair!", beschwerte sich Duke lauthals, doch Zurbs ergänzte: "Hier steht noch mehr!" Er beugte sich etwas vor, rückte so mit dem Kopf näher zum Schld. Sein Hintern wirkte dabei besonders erotisch.

"Solltet ihr sämtliche Versuche verbrauchen, ohne die richtige Lösung zu finden, so wird dieser Raum eure Todeszelle. Hinweis in Gedichtform:
Einäugiger unter Blinden mit geistiger Flatulenz vermag das Rätsel zu lösen, obgleich sinkender Kompetenz!

"MoF macht's!", waren sich alle einig - auch MoF.
Zurbinjo trat bei Seite und machte Platz für den bayrischen Fußballfanatiker, der sich die Anweisungen nochmal durchlas - oder dies zumindest vortäuschte.
"Na gut!", sprach er sowohl leise als auch geistesabwesend und trat vor die Tür und die dazugehörige Tastatur. Er sah einige Sekunden lang grübelnd auf diese
und las in Gedanken etwas vom weiter oben angebrachten Monitor ab.

"Und MoF, hast du was?", wollte Barney wissen, woraufhin sich der schlaksige Spargelbub umdrehte. "Äh, was genau heißt 'Enter Password'?

***

Haufenweise Facepalms, Beleidigungen und Mitleidsbekundungen später hatte sich die Gruppe dazu entschlossen, doch gemeinsam über die mögliche Lösung zu diskutieren.

"Irgendeine Zahl oder ein Wort, die oder das ja irgendwas mit dem ganzen zu tun haben muss."

"Ist doch Käse, es gibt so viele Möglichkeiten."

"Jessicas Geburtsdatum?"

"Duke, wann hat Jessica Geburtstag?"

Duke blickte zwar in Richtung der Tür, doch sah er eigentlich ins Leere. "Am 28. April 1981!" "Ja, dann tipp ein da!", fauchte sein Schatz.
Er reagierte und stolzierte zum Eingabepult, gab die Zahlen 28041981 ein und erschrak sogleich, als das Gerät ein erschütterndes und dunkles Tuten von sich gab
und der Bildschirm in einem dunklen Rot ACCESS DENIED verkündete.

***

"Wir kommen auf keinen grünen Zweig! Ich glaube, hier endet die Reise für uns!", teilte Duke den anderen enttäuscht mit. "Ach was!", zischte Zetthard.
"Ich hab' meinen Nerdruf nicht umsonst aufgegeben. Wir finden schon eine Lösung." "Ich weiß nicht. Ich bin mit meinem Rat am Ende!"

Plötzlich lief Zeddy mit schnellstmöglichen Schritten zum Bildschrm, stieß dabei den daneben stehenden Ed zur Seite und kommentierte erklärend:
"Schaut mal; da steht 'Enter Password`. Vielleicht ist das Passwort 'Password' ! Wäre das dümmste was mir einfällt - und es soll ja dum sein."
Jan blickte, ähnlich wie Zetthard selbst, in die Runde und vernahm bestätigendes Nuscheln und sah nickende Köpfe. "Okay, probier's aus!"
Mit zitternden Fingern tat er dies.

Ein erneutes lautes Dröhnen und der tiefrote Schriftzug ließen die Helden wissen, dass sie erneut falsch lagen.
Mit geballten Fäusten schlug Duke gegen die naheliegendste Wand. "Fuck!"

***

Als er sich etwas beruhigt hatte, sank er nur kraftlos zu Boden und sagte mit schwacher Stimme: "Naja, Leute! Ich danke euch für die Hilfe.
Es tut mir Leid, dass ihr wegen mir sterben müsst!" "Erzähl doch keinen Mist, Hundesohn! Wir haben noch einen Versuch!", schrie Eduard.
"Ja... und keinen blassen Schimmer, wie wir den nutzen", erwiderte Duke verzweifelt. "Wir müssen es doch nicht lösen; kehren wir einfach um!",
schlug Detlef vor, doch Jan schüttelte den Kopf. "Nein, ich geh' nicht ohne Jessy!"

***

"Ronny !!!", schrie Ed, als der Ossi aus dem zuvor besuchten Raum torkelte. "Boah, schrei doch nicht so!" Langsam tastete er sich - betrunken tapsend - vor,
verfehlte die Wand durch Zeddys geistesgegenwärtigen Hinweis "Achtung, Küüürweee!" nur knapp und lehnte sich schließlich an. "Mein Schädel!",
jammerte er, während eben jener dicke Schweißpfützen an der Wand hinterließ. just in dem Moment näherte Zurbinjo sich Duke.
"Ob Ronny uns wohl den Code geben kann?" "Nein!", war sich Duke sicher. "Wenn Ronny heute noch irgendeinen Kot von sich gibt, ist das Bierschiss!" ,
fügte er mit einer Mischung aus Grinsen und absoluter Verzweiflung im Gesicht hinzu, während er den befonfenen Solidaritätszuschlagsempfänger dabei beobachtete,
wie er wieder quer durch den Raum stapfte.

"Aber das könnte es doch sein, oder?". fragte Detlef laut und wissend. "Kot - Bierschiss - die Gehirnflatulenz. Ronny ist betrunken, seine geistige Kompetenz ist gesunken!"
"LOL, das reimt sich!", merkte Michi an. "Ach, was soll Ronny denn...?" Dukes Zweifel wurden jäh unterbrochen, als Ronnys Kopf mit einem dumpfen Knall auf der Tastatur landete,
auf dem Bildschirm nur "vvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvvv" zu lesen war und ein helles, erlösendes Piepsen ertönte. Irgendwo hinter Ronnys Schädel blinkte es grün
und neben seinem bestialischen, instantan eingesetzten Schnarchen nahmen die Failer schließlich das Geräusch einer sich öffnenden Tür wahr.

- F O R T S E T Z U N G F O L G T -

Dukexx
18.12.2011, 09:05
"Lass ihn einfach liegen!", wies Duke den solidarischen Detlef an, der versucht war, Ronnys Gesicht vom Zahlenpult zu lösen. "Er hat seinen Soll erfüllt!"
Nickend folgte der nun einzig verbliebene Quotenossi Jan und den anderen durch die geöffnete Tür in den nächsten Raum,
dessen schales Licht die rauen Steinwände und die Krater auf dem ohnehin unebenen Felsboden beleuchtete.

Duke stapfte vorsichtig die passierbaren Stellen entlang, blickte nur gelegentlich nach hinten, um zu sehen, ob auch seine Freunde den Weg problemlos bewältigten.
"Zum Glück muss Ronny hier nicht durch!", schmunzelte Barney. "Sieht doch im Osten nicht anders aus!", witzelte Jan daraufhin,
was Detlef entnervt aufstöhnen ließ.

Duke schaffte es schließlich als erster zur altbekannten Tafel mit den nächsten Anweisungen und behann augenblicklich damit, diese vorzulesen.
"Aufgabe 4: Der zweite Snake!", fing er an und machte eine bedeutsame Pause. Der Guy grunzte gewohnt männlich. "Diese Aufgabe muss von Snake bewältigt werden!",
fuhr er fort und unterbrach sich selbst mit den Worten: "Dann wenigstens keine dämliche Diskussion mit euch Affen!" "DUKE!", tönte es ihn einem entnervten Chor.
"Ist ja gut. Also - diese Aufgabe muss von Snake bewältigt werden. Ihm steht ein Kampf mit einem Feind bevor, der geschworen hat, seinen Rivalen zu vernichten.
Sobald der rote Knopf betätigt wird, öffnet sich die Tür und lässt den Widersacher herein. Während sie um Leben und Tod kämpfen, ist es allen anderen gestattet,
weiterzugehen und die nächsten Prüfungen abzulegen. Doch verliert Snake, ist jeglicher Fortschritt sinnlos und Jessica Alba wird auf ewig in ihrer Gefangenschaft verweilen."

Schon in dem Moment, in welchem Duke verstummte, trat Snake neben ihn. Er sah ihn an und wusste, dass niemand dieses muskelbepackte Prachtstück,
geformt aus geballter Männlichkeit, besiegen könne. Exakt so rhetorisch bewandert dachte er das wirklich. Was für ein Gott der Poesie. Er sollte Gedichte und Romane schreiben. Oder Tagebücher. Wenn er dieses Abenteuer überleben sollte, so schwor er sich, würde er es sicher eines Tages in einer niedergeschriebenen Geschichte verpacken. (SPOILER-ALERT!!!!)

Jan trat einige Schritte zurück zum Pulk der Failer und ließ Snake dort vorne stehen. Dieser zögerte - wie erwartet - nicht lange und betätigte mit einem kleinen Schlag für sich -
aber einem großen für die Menschheit - den roten Auslöser und öffnete das Tor.

Ein lauter Mechanismus war zeitgleich mit einem dunklen, bösartigen Gelächter zu hören, wie man es sonst nur vom Guy selbst oder der Höllischen Handgranate kannte.
Duke ahnte bereits jetzt, was die Failer erwarten würde - und tatsächlich; in dem Moment, in welchem die Person hinter dem Tor ihre Identität preisgab,
erkannte er das Übel. Die buschige, fettige Frisur, die verranzten Schuhe, das unfassbar abstoßende Gesicht mit schlechtem Bart, der lieblos angeklebt wirkte,
und die nahezu vergammelten, offensichtlich stinkenden Klamotten. Doch leider lag die Vermutung nah, dass sich unter eben jenen Klamotten eine riesige Anzahl
an dicht wachsenden Brusthaaren befand.

"Gronkh, du verdammter Bastard!", sprach Ed dem Delmenhorster aus der Seele. "Wer ist Gronkh?", fragte Michi. Das durchdringende Lachen des Hässlons kündigte eine Antwort an.
"Wer ich bin? Ich bin der größte Let's Player in der Geschichte der... ähh... Let's Player!" Bevor einer der Freunde kontern konnte, dröhnte Gronkhs Mongostimme schon wieder in ihren Ohren.
"Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis die dumme und Trivialität liebende Masse auf euch aufmerksam wird, Geschmack entwickelt und mir den Rücken zuwendet."
Er stoppte jäh, sah sich um, nahm wohl schließlich auch das selbe Kribbeln im Magen wahr, das Duke immer spürte, wenn er Snake sah.
"Und gerade du. Ich übernehme deine Stimmlage, versuche wenigstens halb so gut zu spielen wie du und bin trotzdem nur eine lächerliche Parodie von dir. Ein Guy für Arme. Du bist dumm!"
Snake zitterte vor Wut. "Daaaas heeeeiiiiiißt duuuuuuuuuuuum!", brüllte er animalisch und rammte seinen massiven, intelligenten, massiv intelligenten Schädel in Gronkhs Magengribe.

"Das ist unsere Chance!", rief Duke in Richtung seiner treuen Begleiter und rannte gemeinsam mit ihnen in Richtung des nächsten Raumes, hüpfte hier und da in letzter Sekunde
über einen Fels, während der Raum vom niederschmetternden Schmerzensschrei des Idioten ausgefüllt wurde. "Snake, du schaffst das!", riefen einige der Failer ihren Helden
noch ermutigend zu, als schließlich auch der humpelnde Mof die Türschwelle überquerte und das Eisentor krachend zu Boden fiel.

- F O R T S E T Z U N G F O L G T -

Dukexx
19.12.2011, 01:17
Der Raum, in dem sich unsere Helden nun befandenm war an sich sehr düster, wurde jedoch durch tiefgrüne, sich bewegende Laserstrahlen erhellt,
die von einer Seite der Halle zur gegenüberliegenden Wand geschickt wurden, sich dabei kein klares Muster erkennen ließ.
Die Tafel mit den Anweisungen war, glücklicherweise, schon neben dem Eingangstor angebracht worden.

"Aufgabe 5", verlas Detlef. "Das Laserlabyrinth." "Welch kreativer Name für diese Aufgabe!", spottete Michi. Es war einer der seltenen Momente,
in denen er etwas sagte, das tatsächlich nicht ganz unlustig war - und das sogar nicht unfreiwillig. "Einer von euch muss sich seinen Weg durch das Laserlabyrinth bahnen
und dieses im Nachhinein durch den Schalter auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes deaktivieren. Wenn er scheitert, auch nur einen der Strahlen also berührt,
wird die Reise für euch vorzeitig beendet sein."

"Na toll. Da wird einem Haufen von Nerds die Aufgabe gegeben, sich körperlich zu betätigen!", beschwerte sich der kürzlich enttarnte Pseudo-Geek Zetthard.
"Also ich bin ziemlich grazil", merkte Duke lächerlicherweise an, was Lexa mit einem gezischten "Pff - du bist dich und unglücklich!", beantwortete.
"Warum sagst ausgerechnet du mir das immer?", meckerte Duke beleidigt, bevor Barney wieder mal eine der ellenlangen - und selten zum Ziel führenden -
Diskussionen einläutete. "Leute, Konzentration! Wer ist der Richtige?"

"Was ist mit den Leuten vom Bund?"

"Das sind Männer für's Grobe. Hier muss filigrane Feinarbeit geleistet werden."

"Michi hat sehr feine Arme!"

"Du hast einen feinen Penis."

"Danke!"

"Leute?"

"Was ist mit Gerhard?"

"Elefant im Porzellanladen, Alter! Wie soll er die Arme da durchkriegen?"

"Und Zurbs?"

"Dem verbrennt's die schöne Frisur."

"Wie einfallslos, Michael!"

"Kim ist doch Geheimdienstler!"

"Kim?"

Black Panther stand mit dem Rücken zu den anderen gewandt und betrachtete genauestens die Verläufe und Strukturen der Lasershow.
"Eine Mischung aus brasilianischem Samba und verschiedenen Elementen lateinamerikanischer Standardtänze.", schwärmte er
und wandte sich elegant um. "Was?" Kim lächelte. "Ich tanze gerne!" "Schön für dich!" "Nein, wirklich! Ich tanze gerne und gut - oft mit Frauen (hot).
Dieser Laserraum; er ist mit geschicktem Tanz zu bewältigen." Duke sah den Agenten mit großen Augen an. "Ja, alles klar! Aber ich bin die Schwuchtel oder was?"

Detlef legte eine Hand auf Jans Schulter. "Gib ihm eine Chance!" "Eine Chance?", erwiderte er fast kreischend. "Wir haben nur eine Chance!" "Und wissen keine bessere Lösung."
Duke seufzte. "Du hast ja Recht! Okay, Kimi - mach' was du für richtig hälst!" Die Raubkatze nickte und streifte sich die Ärmeöl hoch, was ob der gewaltigen Muskelmasse
sehr beeindruckend war und für die ein oder andere feuchte Stelle in den Hosen hotter Frauen hätte sorgen können. Jedenfalls sah es bei Victoria ganz danach aus -
und auch Duke spürte bereits ein angenehmes Gefühl von Wärme in sich aufsteigen.

Kimberly spreitzte die Beine und sprang ruckartig nach vorne, energisch und dennoch geschmeidig, duckte sich im letzten Moment unter zwei, seinen Weg kreuzenden,
Lasern hinweg und landete schließlich sicher wieder im Spreitzschritt. "Seine Bewegungen sind zwart, wie bei einem sportlichen Mädchen!", schwärmte Michi
und Duke fügte verträumt hinzu: "Ja - wie bei einer echten Kimberly!" Panther drehte seinen Oberkörper etwas und ließ ihn dann zurückschnellen,
brachte so genug Kraft für ein spielerisch leicht aussehendes Kunststück auf, vergleichbar mit Chun-Lis Propellerbeinflug oder "dem krassen Kapoeira-Eddy aus Tekken",
wie Zeddy treffend beschrieb. Duke nahm diese Äußerung zum Anlass dazu, die Buttons seines C-Cups erregt zu mashen, was Beat'em up-Profi Ollek ein kurzes "Noob!" zischen ließ.

Kimverly - von all dem unbeeindruckt - legte eine flotte und anmutige Sohle auf das Parkett, stahl sich so an immer mehr giftgrünen Strahlen vorbei,
während die Waldorfschüler unter den Failern noch darüber nachdachten, was der Muskelmann ihnen damit wohl mitzuteilen versuchte.
Als Kim schließlich den letzten Sprung wagte (einen drölffachen Axel - oder so) und hinter dem Laserfeld sanft auf den Füßen landete,
seine Aktion begeistertes Jubeln und klatschenden Beifall verursachte und er seine Arme triumphierend in die Luft warf, wusste Duke zwar,
dass er beeindruckt war, doch ebenso sehr auch, dass er wohl nie eine Deodorant-Empfehlung seines schwäbischen Helden entgegennehmen würde.

- F O R T S E T Z U N G F O L G T -