Gamecheck
08.07.2001, 19:07
Nach dem "Unterhaltsamen Gespräch" (siehe Thread weiter unten) setze ich meine neue Reihe "Unterhaltung rund um Spiele" heute fort. Diesmal kein Gespräch, sondern ein kleines Tagebuch:
Gamexplorer.de (http://gamexplorer.de)
1. Juli
Ja, die Zeiten sind hart. Doch für mich
nicht mehr. Unsere Firma hat den Auftrag
ergattert, und mein Job ist wieder sicher.
Ich soll mit Klaus ein Team bilden. Ausge-
rechnet dieser Kindskopf! Holt sich Spiele
vom Internet, als ob wir dafür jetzt Zeit
hätten.
2. Juli
Ich habe Klaus beim Spielen im Büro erwischt.
Und was der spielte: lief durch ein Labyrinth
und schlachtete Monster und Mutanten ab -
widerlich! Das sei der Renner und habe als
kostenlose Beta-Version bereits alle kommer-
ziellen Spielprogramme in den Hitparaden
überholt. Wie kann man sich mit so etwas
beschäftigen? Ich habe es mir kopiert, um den
Mist mal genauer anzusehen. Die Grafik ist ja
wirklich eindrucksvoll.
3. Juli
Anna kam dazu, wie ich das widerliche Spiel
ausprobiert habe. Sie war entsetzt. Ich habe
ihr erklärt, dass ich nur wissen will, was
Klaus daran findet. Wir sind uns einig, so
ein brutaler Quatsch müsste verboten werden.
Ihr fehlt jedoch das Verständnis für die
tolle Programmierleistung. Die Entwickler
sollten zu IBM wechseln und die Workplace
Shell auf Trab bringen. Während ich noch ein
wenig nach dem letzten Geheimnis im zweiten
Level suchte, widmete sich Anna einem blut-
rünstigen Thriller im Fernsehen.
4. Juli
Klaus unterstellt mir, ich könne nicht mehr auf-
hören zu spielen. Ich habe ihm das Gegenteil
bewiesen und sofort aufgehört, als der Chef
hereinkam. Der ist der einzige in der Firma,
der noch nicht spielt, noch nicht einmal in
den Pausen. Daheim übe ich nur noch, die
großen Schlachten finden im Büro statt. Man
kann mit drei weiteren Kollegen im Netzwerk
gemeinsam oder gegeneinander spielen -
Killen für Workgroups.
5. Juli
Heute habe ich etwas fürs Leben gelernt: man
sollte niemals eine Rakete auf einen Gegner
abfeuern, der direkt vor einem steht. Anna
hält nichts von solchen Weisheiten; sie hätte
mich lieber vor dem Einschlafen im Bett.
Dabei stelle ich nachts die Sound Blaster
extra leise, damit die Kinder nicht vom
Kreischen der Kettensäge aufwachen.
6. Juli
Der Chef tobt. Die ganze Abteilung hängt mor-
gens lethargisch vor den Rechnern. Er hatte
das Spiel verboten. Aber dann hat Klaus die
Shareware-Version aufgetrieben. Neue Episoden
halten das ganze Büro in Atem. Obwohl noch
ein paar Programmierer eingestellt wurden,
liegen wir weit hinter dem Zeitplan zurück.
Der Auftrag droht zu platzen.
7. Juli
Ich bin arbeitslos. Anna ist sauer. Sie hat
die Rechnung für die Vollversion gefunden.
Sie arbeitet jetzt wieder. So können Klaus
und ich tagsüber ungestört spielen. Er hat
seinen Computer hier aufgebaut, weil seine
Frau droht, sich scheiden zu lassen, falls
sie ihn noch einmal beim Spielen erwischt.
Keiner versteht uns. Doch wir gehören einer
großen Gemeinschaft an; die Vollversion wurde
bereits häufiger verkauft als Windows.
Gamexplorer.de (http://gamexplorer.de)
1. Juli
Ja, die Zeiten sind hart. Doch für mich
nicht mehr. Unsere Firma hat den Auftrag
ergattert, und mein Job ist wieder sicher.
Ich soll mit Klaus ein Team bilden. Ausge-
rechnet dieser Kindskopf! Holt sich Spiele
vom Internet, als ob wir dafür jetzt Zeit
hätten.
2. Juli
Ich habe Klaus beim Spielen im Büro erwischt.
Und was der spielte: lief durch ein Labyrinth
und schlachtete Monster und Mutanten ab -
widerlich! Das sei der Renner und habe als
kostenlose Beta-Version bereits alle kommer-
ziellen Spielprogramme in den Hitparaden
überholt. Wie kann man sich mit so etwas
beschäftigen? Ich habe es mir kopiert, um den
Mist mal genauer anzusehen. Die Grafik ist ja
wirklich eindrucksvoll.
3. Juli
Anna kam dazu, wie ich das widerliche Spiel
ausprobiert habe. Sie war entsetzt. Ich habe
ihr erklärt, dass ich nur wissen will, was
Klaus daran findet. Wir sind uns einig, so
ein brutaler Quatsch müsste verboten werden.
Ihr fehlt jedoch das Verständnis für die
tolle Programmierleistung. Die Entwickler
sollten zu IBM wechseln und die Workplace
Shell auf Trab bringen. Während ich noch ein
wenig nach dem letzten Geheimnis im zweiten
Level suchte, widmete sich Anna einem blut-
rünstigen Thriller im Fernsehen.
4. Juli
Klaus unterstellt mir, ich könne nicht mehr auf-
hören zu spielen. Ich habe ihm das Gegenteil
bewiesen und sofort aufgehört, als der Chef
hereinkam. Der ist der einzige in der Firma,
der noch nicht spielt, noch nicht einmal in
den Pausen. Daheim übe ich nur noch, die
großen Schlachten finden im Büro statt. Man
kann mit drei weiteren Kollegen im Netzwerk
gemeinsam oder gegeneinander spielen -
Killen für Workgroups.
5. Juli
Heute habe ich etwas fürs Leben gelernt: man
sollte niemals eine Rakete auf einen Gegner
abfeuern, der direkt vor einem steht. Anna
hält nichts von solchen Weisheiten; sie hätte
mich lieber vor dem Einschlafen im Bett.
Dabei stelle ich nachts die Sound Blaster
extra leise, damit die Kinder nicht vom
Kreischen der Kettensäge aufwachen.
6. Juli
Der Chef tobt. Die ganze Abteilung hängt mor-
gens lethargisch vor den Rechnern. Er hatte
das Spiel verboten. Aber dann hat Klaus die
Shareware-Version aufgetrieben. Neue Episoden
halten das ganze Büro in Atem. Obwohl noch
ein paar Programmierer eingestellt wurden,
liegen wir weit hinter dem Zeitplan zurück.
Der Auftrag droht zu platzen.
7. Juli
Ich bin arbeitslos. Anna ist sauer. Sie hat
die Rechnung für die Vollversion gefunden.
Sie arbeitet jetzt wieder. So können Klaus
und ich tagsüber ungestört spielen. Er hat
seinen Computer hier aufgebaut, weil seine
Frau droht, sich scheiden zu lassen, falls
sie ihn noch einmal beim Spielen erwischt.
Keiner versteht uns. Doch wir gehören einer
großen Gemeinschaft an; die Vollversion wurde
bereits häufiger verkauft als Windows.